(c) Giuseppe Porzani - Fotolia.com

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Das Steuerrecht sieht die Möglichkeit vor, dass ein Wirtschaftsgut, das teilweise betrieblich und teilweise privat genutzt wird, dem Betriebsvermögen zuzuordnen. Es handelt sich dann um ein sog. gemischt genutztes Wirtschaftsgut das dem sog. gewillkürten Betriebsvermögen zugeführt wird. Die Voraussetzung ist, dass das Wirtschaftsgut nicht weniger als 10% betrieblich genutzt wird.
Im konkreten Fall ging es um ein Wohnmobil. Gestritten wurde sich darum, ob das Wohnmobil tatsächlich Betriebsvermögen war und ob es dadurch zum Vorsteuerabzug berechtigte.
Das Finanzgericht Sachsen verneinte dies. Es unterstützte das Finanzamt in seiner Auffassung, dass das Wohnmobil weder Betriebsvermögen war noch zum Vorsteuerabzug berechtigte. Die vom Kläger vorgelegten gedruckten Aufstellungen über betriebliche Fahrten reichen nicht aus, um die tatsächlichen Nutzungsverhältnisse darzustellen. Um ein Wohnmobil, das in erster Linie für Campingurlaub genutzt wird, klar als betriebliches Fahrzeug einzustufen, müssen schon Aufzeichnungen über die Fahrten eines gesamten Jahres als repräsentativer Zeitraum vorliegen. Abgesehen davon, sind die Aufzeichnungen des Klägers bezüglich der betrieblichen Fahrten hinsichtlich der Zeiten, der zurückgelegten Strecken und der angegebenen Zwecke der Fahrten stark unterschiedlich. Das FG Sachsen hatte den Eindruck, dass die Aufzeichnungen nicht zeitnah erfolgten und die Angaben daher widersprüchlich gerieten. Die zunächst als gewerblich angesehene Wohnmobilvermietung gehört unstreitig in den privaten Bereich. Auch der Wechsel des Wohnmobils aus dem „Betriebsvermögen der Wohnmobilvermietung“ in das Betriebsvermögen der EDV-Beratung ändert nichts an der Negativ-Entscheidung des FG Sachsens.
(FG Sachsen vom 25.06.2014 – 8 K 1144/13)