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Geschäftsführervergütungen führen häufig zu Streit zwischen Finanzamt und Steuerpflichtigen. Sind sie nicht angemessen, können sie zu verdeckten Gewinnausschüttungen führen. Damit werden die Geschäftsführervergütungen steuerlich nicht anerkannt und führen zu Körperschaftsteuer- und Gewerbesteuernachzahlungen.
Hier ging es um die alleinigen Gesellschafter-Geschäftsführer der Klägerin. Sie erhielten jeweils zunächst ein Gehalt in Höhe von 13.200 Euro, dann in Höhe von 13.800 Euro und zuletzt in Höhe von 14.300 Euro. Dazu kamen Tantiemen in Höhe von 20% des Gewinns, gedeckelt auf 25% der laufenden Bezüge. Für das letzte Streitjahr wurde die Deckelung aufgehoben. Außerdem erhielten die Gesellschafter-Geschäftsführer Urlaubsgeld in Höhe von 50% des laufenden Monatsgehalts, Weihnachtsgeld in Höhe einen vollen Monatsgehalts und Zuschüsse zur Krankenversicherung in Höhe von 50% des Beitrags. Last but not least wurde beiden Gesellschafter-Geschäftsführern ein Dienstwagen zur Verfügung gestellt. Die Gewinne der Klägerin variierten von 65.000 Euro bis zu 570.000 Euro. Das Finanzamt sah hier verdeckte Gewinnausschüttungen, weil nach dessen Auffassung zumindest ein Gewinn in Höhe der gezahlten Geschäftsführervergütung übrig bleiben müsste.
Das Finanzgericht Sachsen stellte klar, dass es zur Ermittlung der Angemessenheit keine festen Regeln gibt. Es kommt auf den Einzelfall an. Liegt die Gesamtausstattung der Gesellschafter-Geschäftsführer im Fremdvergleich im normalen Bereich und verbleibt der GmbH nach Abzug der Vergütungen ein angemessener Gewinn und eine angemessene Kapitalausstattung, liegt keine verdeckte Gewinnausschüttung vor. Sie kann nicht durch eine sog. Gewinnabsaugung begründet werden. Die Ansicht des Finanzamts ist nicht haltbar und auch nicht durch Schreiben der Finanzverwaltung gedeckt. Allein die Aufhebung der Deckelung der Tantiemen, die offensichtlich mit der Änderung der Rechtsprechung zusammenhängt, führt zur Annahme einer verdeckten Gewinnausschüttung. Denn diese Änderung ist wohl nicht auf betriebliche sondern auf gesellschaftliche Gründe zurückzuführen.
(FG Sachsen vom 14.11.2013 – 6 K 701/12)

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