Geschätzte Lesezeit: < 1 Minute

(c) apops – Fotolia.com

Werden nachhaltig nur Verluste erzielt, geht das Finanzamt von sog. Liebhaberei aus. D.h. die Verluste werden nicht anerkannt. Im konkreten Fall ging es um einen Rechtsanwalt, der zwei angestellte Anwälte beschäftigte, seine Kanzlei mit Gewinnerzielungsabsicht betreibt. Über acht Jahre erzielte er nur Verluste und ergriff auch keine ausreichenden Maßnahmen zur Steigerung der Rentabilität der Kanzlei.
Der Bundesfinanzhof stellte klar, dass die Gewinnerzielungsabsicht nicht danach beurteilt wird, ob Angestellte beschäftigt werden oder ob der Umsatz im sechsstelligen Bereich liegt. Grundsätzlich ist natürlich bei diesen Kriterien davon auszugehen, dass die Kanzlei mit Gewinnerzielungsabsicht betrieben wird. Letzten Endes ist aber danach zu entscheiden, ob die Kanzlei insgesamt nach der Art und Weise ihrer Führung überhaupt dazu geeignet ist, nachhaltig Gewinne abzuwerfen. Die Vorinstanz (Finanzgericht) verneinte dies aufgrund der Personalkosten im Verhältnis zu den Umsätzen. Das Finanzgericht kam zu dem Ergebnis, dass nicht genügend Mandate für drei Anwälte vorhanden sind. Auch hatte der Anwalt nicht ausreichend auf die Verluste reagiert.
Noch dazu kam, dass dem Anwalt aus steuerlicher Sicht die Verluste gut zupass kamen. Denn er konnte sie mit seinen Einkünften aus Kapitalvermögen und aus Vermietung und Verpachtung verrechnen.
Daher bleibt es dabei, auch ein Anwalt mit drei angestellten Anwälten kann nicht ungestört über Jahre hinweg Verluste verrechnen.
(BFH vom 18.04.2013 – VIII B 135/12)

Ähnliche Artikel
Verluste aus einer Pferdezucht

Jahrelange Verluste aus einer Pferdezucht führen nicht immer zur Einstufung als Liebhaberei.

Unterhalt trotz Investitionsabzugsbetrag

Kann der Unterhalt trotz Investitonsabzugsbetrag abgesetzt werden?

Ruhegeld von der kassenärztlichen Vereinigung

Die kassenärztliche Vereinigung zahlt keine klassischen Renten aus.

Verzicht auf die Pensionszusage gegen Abfindung

Der Weg aus der Pensionszusage ist dornenreich wenn nicht sogar unmöglich.