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Grundsätzlich muss ein Unternehmer seine Umsätze nach sog. vereinbarten Entgelten versteuern. Das bedeutet, wenn die Leistung erbracht und die Rechnung geschrieben wurde muss die Umsatzsteuer an das Finanzamt gezahlt werden. Auf Antrag kann das Finanzamt jedoch die Versteuerung nach vereinnahmten Entgelten gestatten. Dann ist die Umsatzsteuer erst abzuführen, wenn der Unternehmer den Umsatz auch erhalten hat.
Bereits 2010 entschied der Bundesfinanzhof, dass die Erlaubnis zu der Versteuerung nach vereinnahmten Entgelten nicht gegeben werden kann, wenn der Unternehmer buchführungspflichtig ist oder freiwillig Bücher führt.
Dies hat das Bundesministerium der Finanzen nun in einem aktuellen Schreiben aufgegriffen. Freiberufler sind nicht buchführungspflichtig. Führen sie aber freiwillig Bücher, darf die Erlaubnis zur Versteuerung nach vereinnahmten Entgelten nicht mehr gegeben werden. Beträgt der Gesamtumsatz des Unternehmers in 2012 jedoch nicht mehr als 500.000 Euro, kann ihm die Versteuerung nach vereinnahmten Entgelten gestattet werden. Allerdings unter Vorbehalt des jederzeitigen Widerrufs.
Ist aufgrund dieser Änderungen eine Erlaubnis wieder zurück zu nehmen, ist die Wirkung der Rücknahme auf nach dem 31.12.2013 ausgeführte Umsätze zu beschränken. Bis dahin bleibt es also bei der bisherigen Methode. Auch soll von einer Rücknahme der Genehmigung abgesehen werden, wenn der Umsatz 2012 nicht mehr als 500.000 Euro betrag hat und eine Genehmigung erteilt werden könnte. Der Unternehmer ist dann darauf aufmerksam zu machen, dass die Überschreitung des Umsatzes von 500.000 Euro zu einem späteren Zeitpunkt die Versteuerung nach vereinbarten Entgelten zur Folge hat.
(BMF vom 31.07.2013 – IV D 2 – S 7368/10/10002)

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