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Veranstaltungen wie Dinner-Shows oder Krimi-Dinner erfreuen sich weit verbreiteter Beliebtheit. Doch umsatzsteuerlich ergeben sich dabei Probleme. Während nämlich das Essen dem Regelsteuersatz unterliegt, sind künstlerische Darbietungen grundsätzlich nur mit dem ermäßigten Steuersatz zu versteuern. Was ist also, wenn diese beiden Leistungen in einem als Dinner-Show angeboten werden?
Der Europäische Gerichtshof stellte bereits klar, dass beides möglich ist: die getrennte Betrachtung von zwei Leistungen (künstlerisch und kulinarisch) oder auch die Betrachtung einer gesamten Leistung. Dies hängt von der Betrachtungsweise ab. Zunächst soll jede Lieferung oder Dienstleistung als eigene und selbstständige Leistung betrachtet werden. Dann erst soll bestimmt werden, ob man von mehreren oder lediglich eine Gesamtleistung sprechen kann. Dabei soll auf die Sichtweise eines Durchschnittsverbrauchers Rücksicht genommen werden. Und eine eigentlich einheitliche Leistung darf nicht künstlich in mehrere Leistungen aufgespalten werden.
Alle Klarheiten beseitigt? Daher landete der Fall einer Dinner-Show beim Bundesfinanzhof. Handelt es sich dabei nun um eine einheitliche oder zwei eigenständige Leistungen?
Der BFH stellte klar, dass hier eine einheitliche Leistung vorliegt. Der Verbraucher kann sich nicht nur für eine Leistung, künstlerische oder kulinarische, entscheiden. Natürlich gibt es im Wirtschaftsleben auch nur das eine oder das andere. Dies nimmt aber auf die Dinner-Shows keinen Einfluss. Und da der ermäßigte Steuersatz für Theatervorführungen voraussetzt, dass die Vorführung Hauptbestandteil ist, fällt dieser auch flach. Bei der Dinner-Show fällt das Essen genauso ins Gewicht. Daher ist diese Leistung mit dem Regelsteuersatz zu versteuern.
(BFH vom 10.01.2013 – V  R 31/10)

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