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Bei der Beteiligung als stiller Gesellschafter wird unterschieden in die Beteiligung als typisch stiller Gesellschafter und als atypisch stiller Gesellschafter. Nur ein atypisch stiller Gesellschafter ist an dem Unternehmen beteiligt und erzielt damit Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Der typisch stille Gesellschafter erzielt dagegen Einkünfte aus Kapitalvermögen. Dann führt die Auszahlung der Beteiligung zu Betriebsausgaben bei der Gesellschaft. Eine Gewinnfeststellung für den stillen Gesellschafter findet dann nicht statt.
Im konkreten Fall ging es um einen Mitunternehmerin (Klägerin), der aus der Mitunternehmerschaft einen Verlust erzielt hatte. Es ging dabei um eine Beteiligung an einer Aktiengesellschaft. Vertraglich komme die Beteiligung der Stellung eines Kommanditisten gleich. Deshalb ging die Klägerin von einer atypisch stillen Gesellschaft aus. Das Finanzamt sah das anders und wollte den Verlust nicht anerkennen.
Das Finanzgericht München befasste sich mit der Frage. Wichtig für die Entscheidung sind der Inhalt bzw. die Regelungen des Vertrags. Wichtig für die Annahme einer Mitunternehmerschaft ist, dass der Beteiligte Mitunternehmerrisiko trägt und Mitunternehmerinitiative ausüben kann. Im vorliegenden Fall jedenfalls wird die Beteiligung als typisch stille Beteiligung angesehen. Denn die Klägerin ist zwar am Gewinn und sogar am Verlust sowie an den stillen Reserven beteiligt, doch nach dem Vertrag stehen ihr nur Teilhaberrechte zu, die einer typisch stillen Beteiligung entsprechen. Denn die weitergehenden Rechte eines Kommanditisten wurden eben nicht gewährt.
(FG München vom 16.04.2012 – 8 K 290/10)

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