Geschätzte Lesezeit: < 1 Minute

Zu den Einkünften aus Kapitalvermögen gehören auch Gewinnausschüttungen. Offene als auch verdeckte Gewinnausschüttungen. Zu den verdeckten Gewinnausschüttungen gehören Vermögensvorteile, die eine Gesellschaft ihrem Gesellschafter gewährt und deren Anlass im Gesellschafsverhältnis begründet ist, z. B. ein unangemessen hohes Gehalt.
Hier ging es um die Zahlung eines Schuldners der GmbH auf das private Bankkonto des Gesellschafter-Geschäftsführers. Zwar hatte der Schuldner dies ohne Aufforderung auf das private Konto gezahlt, doch die GmbH forderte auch nicht zur unverzüglichen Weiterleitung des Geldes auf.
Das Finanzgericht Baden-Württemberg stellte klar, dass eine verdeckte Gewinnausschüttung dann vorliegt, wenn der Sachverhalt dem sog. Fremdvergleich nicht standhält. Hätte ein Geschäftsführer, der nicht zugleich auch Gesellschafter ist, ebenso gehandelt? Zwar ist die Zahlung auf das Privatkonto nicht als verdeckte Gewinnausschüttung anzusehen, da es hierzu keine Aufforderung gab. Doch das die GmbH nicht die sofortige Weiterleitung angefordert hat, führt zur Annahme einer verdeckten Gewinnausschüttung. Ein fremder Geschäftsführer wäre hierzu sofort aufgefordert worden. Zumal das Konto im hier vorliegenden Fall ein gemeinsames Konto mit der Ehefrau ist. Der Gesellschafter-Geschäftsführer hatte zwar später Rechnungen der GmbH von seinem privaten Bankkonto beglichen, doch dies beeindruckte die Finanzrichter nicht weiter.
Die Sache geht nun noch weiter zum Bundesfinanzhof. Das Aktenzeichen hierzu lautet VIII R 11/12.
(FG Baden-Württemberg vom 08.02.2012 – 4 K 3064/10)

Ähnliche Artikel
Verzicht auf die Pensionszusage gegen Abfindung

Der Weg aus der Pensionszusage ist dornenreich wenn nicht sogar unmöglich.

Angemessene Geschäftsführer-Bezüge

Das Finanzgericht Sachsen hat sich zugunsten der Kläger entschieden.

Falsche Tantiemevereinbarung

Eine falsche Tantiemevereinbarung führt zu einer verdeckten Gewinnausschüttung.

Feiertagszuschläge als verdeckte Gewinnausschüttung

Gesellschafter-Geschäftsführer können Feiertagszuschläge nicht genießen.