Werden Privatdarlehen im Zusammenhang mit einem Grundstück in eine GbR eingelegt, sind die Zinsen abziehbar.

An einer GbR waren der Ehemann mit 10% und die Ehefrau mit 90% beteiligt. Die GbR vermietete ein Mehrfamilienhaus, dass nur dem Ehemann gehörte und das er dann mit Grundpfandrechten und Darlehen in die GbR einbrachte. Die Darlehen, unter denen sich auch zwei befanden, die zur Finanzierung des selbstgenutzten Nachbargrundstücks dienten, wurden dann auf die GbR umgeschrieben. Die Schuldzinsen zog die GbR dann als Werbungskosten ab. Doch das Finanzamt wollte die Schuldzinsen für die ursprünglich privaten Darlehen nicht als Werbungskosten anerkennen.
Der Bundesfinanzhof sah die Sache jedoch anders. Da das Grundstück gegen die Gewährung von Gesellschaftsrechten eingebraucht wurde, liegen Anschaffungsvorgänge vor. Die Anteile an der GbR erhöhen sich und auch die Beteiligungsquoten erhöhen sich. Da der Ehemann nur zu 10% an der GbR beteiligt war, war die Ehefrau nach Einbringung des Grundstücks an diesem zu 90% beteiligt. Im Gegenzug hat sie die Verbindlichkeiten übernommen. Auch diese sind dann zu 90% der Ehefrau zuzuordnen. Für die Ehefrau stellen die übernommenen Verbindlichkeiten Anschaffungskosten dar. Das die zwei umstrittenen Darlehen bei Aufnahme privat veranlasst waren spielt dabei keine Rolle mehr. Jetzt jedenfalls sind sie durch die Übernahme der Verbindlichkeiten gegen die Beteiligung am Grundstück zu Verbindlichkeiten geworden, deren Zinsen als Werbungskosten zu berücksichtigen sind.
(BFH vom 18.10.2011 – IX R 15/11)