Geschätzte Lesezeit: < 1 Minute

(c) Christopher Meder - Fotolia.com

Sog. Verdeckte Gewinnausschüttungen führen bei einer Kapitalgesellschaft nicht zu steuerlich anerkannten Betriebsausgaben und mindern daher auch nicht das steuerliche Einkommen. Von verdeckten Gewinnausschüttungen wird ausgegangen, wenn der Vorgang durch Verhältnis zum Gesellschafter zustande kommt.
Eine GmbH (Klägerin) bestand aus zwei Gesellschaftern zu je 50%. Beide erhielten ein festes Monatsgehalt, das zum Monatsende ausgezahlt wurde. Dies war arbeitsvertraglich so geregelt. Außerdem erhielten die Gesellschafter Darlehen, die verzinst wurden. Während einer Betriebsprüfung durch das Finanzamt stellte sich heraus, dass die Gesellschafter die Darlehenszinsen nicht in voller Höhe zahlten und auch die Gehälter nicht regelmäßig monatlich erhielten.
Das Finanzgericht Hamburg geht hier bei der Nichtzahlung der Darlehenszinsen als auch bei der unregelmäßigen Gehaltszahlung von einer verdeckten Gewinnausschüttung aus. Ein fremder Dritter, also Angestellter ohne Gesellschaftsanteile, hätte nicht ohne weiteres auf sein vertraglich fixiertes monatliches Gehalt verzichtet. Und umgekehrt hätte auch die Gesellschaft nicht auf die Zinsen verzichtet. Auch eine Änderung des Zinssatzes durch Gesellschafterversammlung, ohne das der Darlehensvertrag die Möglichkeit einer Änderung vorsieht, führt zu einer verdeckten Gewinnausschüttung. Die unregelmäßigen Gehaltszahlungen lassen den Verdacht aufkommen, dass die Gesellschafter sich im Bedarfsfall bedient hätten, aber nicht einen Anstellungsvertrag eingehalten hätten.
Damit sind die Gehälter der Gesellschafter leider nicht als Betriebsausgaben steuermindernd zu berücksichtigen.
(FG Hamburg vom 22.03.2011 – 6 V 169/10)

Ähnliche Artikel
Verzicht auf die Pensionszusage gegen Abfindung

Der Weg aus der Pensionszusage ist dornenreich wenn nicht sogar unmöglich.

Angemessene Geschäftsführer-Bezüge

Das Finanzgericht Sachsen hat sich zugunsten der Kläger entschieden.

Falsche Tantiemevereinbarung

Eine falsche Tantiemevereinbarung führt zu einer verdeckten Gewinnausschüttung.

Zahlungen auf das Privatkonto des Geschäftsführers

Behält der Gesellschafter-Geschäftsführer Geld der GmbH, muss er das auch versteuern.