Geschätzte Lesezeit: < 1 Minute
(c)  DWP - Fotolia.com

(c) DWP - Fotolia.com

Im Streitfall beschloss eine Kapitalgesellschaft die Auflösung der Gesellschaft mit einem Abwicklungszeitraum beginnend ab 1. Juli 2000. Im Juni 2001 wiederum wurde eine Gewinnausschüttung für das Rumpfwirtschaftsjahr 1. Januar bis 30. Juni 2000 beschlossen. Im August 2001 wurde die Ausschüttung ausgezahlt und in der Steuererklärung für 2000 die sog. Ausschüttungsbelastung hergestellt.
Das Finanzamt vertrat die Auffassung, basierend auf ein BMF-Schreiben, dass § 27 KStG 1999 deshalb nicht anwendbar sei, weil die Ausschüttung nach dem Beginn der Liquidation erfolgt sei und es für eine Kapitalgesellschaft in der Abwicklungsphase keine „Wirtschaftsjahre“ gebe (vgl. BMF-Schreiben v. 26.8.2003, BStBl I 2003 S. 434 Tz. 1). Der BFH teilte diese Auffassung nicht. Insbesondere stellte er fest, dass es keine Definition für den Begriff „Wirtschaftsjahr“ gibt und hierunter somit ein Zeitraum zu verstehen sei, dessen Beginn und Ende bei Bestehen einer handelsrechtlichen Buchführungspflicht vom Abschlussverhalten des Steuerpflichtigen bestimmt werde und der insgesamt die Dauer eines Zeitjahres nicht überschreiten darf. Auch der § 11 KStG 1999, der die Vorschriften zur Liquidation umfasst, beinhaltet keine dererlei Einschränkungen.
(BFH, Urteil v. 17.6.2008, I R 12/08)

Ähnliche Artikel
Strafe muss sein

Steuerhinterziehung wird bestraft, auch wenn nationales Recht die Strafe nicht vorsieht.

Schornsteinfeger immer mit Umsatzsteuer?

Auch Feuerstättenbescheide lösen die Umsatzsteuer aus.

Vorzeitige Anforderung der Steuererklärung

Das Finanzamt kann nicht ohne Begründung die Steuererklärungen anfordern.

Gewinnermittlungsart für Ebayer

Ein Ebay-Händler kann nicht unbedingt die Einnahmen-Überschuss-Rechnung als Gewinnermittlungsart für sich beanspruchen.