Jeder Pkw ist ein Unikat.

(c) Rolf S. - Fotolia.com

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Um in den Genuss eines Investitionsabzugsbetrags zu kommen, muss das Wirtschaftsgut, da angeschafft werden soll, mindestens zu 90% betrieblich genutzt werden. Bei betrieblichen Fahrzeugen hat das Bundesamt für Finanzen im Mai 2009 mitgeteilt, dass Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte der betrieblichen Nutzung zugerechnet werden können. Der Unternehmer muss dann allerdings die Fahrten anhand geeigneter Unterlagen darlegen. Die geeigneten Unterlagen werden in aller Regel ein Fahrtenbuch sein. Entscheidet sich der Unternehmer für die sog. 1%-Regelung, geht die Finanzverwaltung von einem schädlichen Nutzungsumfang aus, nämlich mehr als 10% private Nutzung. Denn die Entscheidung für die 1%-Regelung wird meistens nur gefällt, wenn der private Nutzungsumfang bei mehr als 10% liegt.
Nun hatte der Bundesfinanzhof einen Fall zu entscheiden, bei dem eine GbR einen Investitionsabzugsbetrag für die zukünftige Anschaffung eines Pkws geltend machte. Dieser Pkw war für einen der drei Gesellschafter vorgesehen und daher war der Investitionsabzugsbetrag bei diesem als Sonderbetriebsausgaben deklariert. Es gab bereits einen alten Pkw im Sonderbetriebsvermögen. Hierfür wurde allerdings die 1%-Regelung angewandt.
Der Bundesfinanzhof sah aber hierin kein Problem, denn die 1%-Regelung für den alten Pkw hat keinen Einfluss auf den neuen Pkw. Da die GbR mitteilte, im folgenden Wirtschaftsjahr den Nachweis zu erbringen, dass die betriebliche Nutzung des neuen Pkws bei 90% oder mehr liegt, reicht aus. Im Übrigen könnte auch für den alten Pkw für ein neues Wirtschaftsjahr von der 1%-Regelung zur Fahrtenbuchmethode gewechselt werden und danach wieder zurück zur 1%-Regelung. Wie auch immer, dem Unternehmer ist es also freigestellt und er kann den neuen Pkw durch Nachweis durchaus zu reinem (Sonder-)Betriebsvermögen gestalten.
(BFH v. 26.11.2009 – VIII B 190/09)