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(c) diego cervo - Fotolia.com

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Im vorliegenden Fall nutzte ein Zahnarzt seinen geleasten Pkw zu 30% für seine freiberufliche Tätigkeit. In der Einnahmen-Überschussrechnung berücksichtigte er die gesamten Pkw-Kosten als Betriebsausgaben und versteuerte im Gegenzug die private Nutzung nach der sog. 1%-Regelung.
Das Finanzamt wollte den Betriebsausgabenabzug jedoch nur in Höhe der freiberuflichen Nutzung – also zu 30%- zulassen.
Das Finanzgericht Köln entschied nun zugunsten des Zahnarztes (Klägers). Die Richter stellten fest, dass bei einem Leasingfahrzeug, das dem Freiberufler (oder Unternehmer) weder zivilrechtlich noch wirtschaftlich zuzurechnen ist kein Nutzungsrecht im Anlagevermögen ausgewiesen werden muss. Werden sämtliche Pkw-Kosten als Betriebsausgaben angesetzt gilt dadurch die Zuordnung des Nutzungsrechts zum sog. gewillkürten Betriebsvermögen. Folglich dürfen sämtliche Pkw-Kosten als Betriebsausgaben angesetzt werden. Selbstverständlich ist die private Pkw-Nutzung zu versteuern. Hier kann die private Nutzung entweder geschätzt, anhand eines Fahrtenbuches ermittelt oder eben nach der 1%-Regelung berechnet werden.
Der Zahnarzt war somit korrekt vorgegangen. Jedoch ist seit 2006 die 1%-Regelung nur noch für Fahrzeuge möglich, die mehr als 50% freiberuflich oder unternehmerisch genutzt werden.
Das Finanzamt hat hier allerdings Revision beim Bundesfinanzhof beantragt.
(FG Köln v. 20.05.2009 – Az. 14 K 4223/06)

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