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Grundsätzlich müssen mit dem beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführer vereinbarte Vergütungen auch zum Fälligkeitszeitpunkt ausbezahlt werden und nicht erst zum Jahresende auf dem Verrechnungskonto als Verbindlichkeit ausgewiesen werden. Ansonsten handelt es sich nämlich um eine verdeckte Gewinnausschüttung.
Nach Auffassung des Finanzgerichts München besteht jedoch eine Ausnahme von diesem Grundsatz, wenn sich die Kapitalgesellschaft in finanziellen Schwierigkeiten befindet. Allerdings ist es erforderlich, dass Gehälter, die aufgrund dieser Schwierigkeiten nicht ausgezahlt wurden, zeitnah als Verbindlichkeit auf dem Verrechnungskonto verbucht werden.
Werden dem beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführer Vergütungen zugeführt, die nicht auf im Voraus getroffene Vereinbarungen im Anstellungsvertag beruhen, ist von einer verdeckten Gewinnausschüttung auszugehen.
Im vorliegenden Fall mussten die Finanzrichter annehmen, dass es der Kapitalgesellschaft bzw. dem Gesellschafter-Geschäftsführer nur um den Gewinn mindernde Betriebsausgaben ging. Bei einem monatlich vereinbarten Gehalt, das erst nach Ablauf des Wirtschaftsjahres auf dem Verrechnungskonto gutgeschrieben wird, würde ein fremder Dritter rechtliche Schritte einleiten.
(FG München v. 10.02.2009 – 7 V 4032/08)

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