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Im vorliegenden Fall ging es um eine OHG mit einem Mehrheitsgesellschafter, dessen Sohn seit 1993 an der OHG eine typisch stille Beteiligung hielt. Der Sohn hatte eine Einlage von 150.000 DM zu leisten, die jährlich mit 5 % zu verzinsen war. Außerdem erhielt er noch eine Gewinnbeteiligung von 15 % des Jahresüberschusses. Die Gewinnbeteiligung des Sohnes musste zu Lasten der Beteiligung des Vaters gebucht werden.
In den Jahren 1996 bis 1999 wuchsen die Jahresüberschüsse stark an. Dadurch erhöhten sich auch die Gewinnbeteiligungen des Sohnes, in 1999 auf 191.265 DM. Im Vergleich dazu betrug die Verzinsung 7.500 DM. Nach Auffassung des Finanzamts wäre aber nur eine durchschnittliche Rendite von höchstens 35 % angemessen und als Betriebsausgaben der OHG abziehbar gewesen (nach entsprechender Rechtsprechung des BFH). Das Finanzamt ermittelte daher einen Anteil für 1999 in Höhe von 40 % des Gewinnanteils (5 % für die Verzinsung, 35 % für die Gewinnbeteiligung). Die Differenz erfasste das Finanzamt gewinnerhöhend bei dem Vater.
Der Bundesfinanzhof entschied dazu, dass die Verzinsung und die Gewinnbeteiligung grundsätzlich Betriebsausgaben der OHG darstellen, für deren Bemessung auch grundsätzlich die zugrunde liegenden Vereinbarungen maßgeblich sind. Allerdings hält es der BFH es für angemessen, bei Verträgen zwischen Angerhörigen zu überprüfen, inwieweit Zahlungen wirtschaftlich auf dem Vereinbarten beruhen und betrieblich veranlasst sind. Insbesondere bei Familiengesellschaften ist daher die betrieblich veranlasste Gewinnbeteiligung von den nach dem Einkommensteuergesetz nicht zu berücksichtigenden als Einkommensverwendung anzusehenden Zuwendungen zu trennen. Das heißt, dass die Gewinnbeteiligungen auf ihre Angemessenheit zu überprüfen sind. Bei einem typisch stillen Gesellschafter ist der angemessene Anteil anhand einer angemessenen Durchschnittsrendite der Einlage zu ermitteln (BFH, Beschluss des Großen Senats v. 29.5.1972 GrS 4/71, BStBl II 1973, 5). Wird die Beteiligung unentgeltlich erworben, soll die angemessene Rendite 15 % der Einlage betragen, wird die Beteiligung entgeltlich erworben, beträgt die angemessene Rendite – wie im vorliegenden Fall – 35 %.
Ändern sich die tatsächlichen Verhältnisse gravierend – wie hier durch die bei Vertragsabschluss nicht erwarteten Gewinnzuwächse – kann eine Korrektur des angemessen Gewinnanteilssatzes vorzunehmen sein. Vor allem, wenn auch fremde Dritte die Gewinnverteilungsabrede neu überdacht hätten. Danach muss eine zunächst angemessene Gewinnbeteiligung nach dem Maßstab des Fremdvergleichs korrigiert werden. Wird diese Korrektur nicht vorgenommen, ist von einem privat und nicht betrieblich veranlassten Grund auszugehen (BFH, Urteil v. 29.3.1973 IV R 158/68, BStBl II 1973, 489).
Im vorliegenden Fall hat der BFH den anzusetzenden Gewinnanteil auf den angemessenen Anteil von 35 % der Einlage begrenzt.
(BFH v. 19.2.2009, IV R 83/06)

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