(c) matttilda - fotolia.com

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Aufgrund einer Entscheidung des Bundverfassungsgerichtes wurde im Rahmen der Erbschaftsteuerreform eine Anhebung der Bewertungsmaßstäbe für Vermögen vorgenommen. Gleichzeitig wurden Freibeträge für nahe Angehörige erhöht, allerdings dürfte es in vielen Fällen dennoch zu einer Mehrbelastung kommen, sofern die Freibeträge überschritten werden.

Insgesamt sollen die Verkehrswerte erreicht werden und Vergünstigungen gezielt über Freibeträge gewährt werden. Insbesondere Immobilien werden durch die Neuregelungen mit wesentlich höheren Werten bemessen als früher.

Bei unbebauten Grundstücken richtet sich der Wert nach Fläche und Bodenrichtwert ohne Bewertungsabschläge. Wohneigentum (Eigentumswohnungen, Ein- und Zweifamilienhäuser) soll im Rahmen eines Vergleichswertverfahren (Vergleich von Kaufpreisen ähnlich bewerteter Grundstücke) beurteilt werden. Außerdem gibt es noch ein Ertragswertverfahren, das für Mietwohngrundstücke und Geschäftsgrundstücke gilt. Alle Verfahren sollen zu einer Annährung an den Verkehrswert führen.

Im Rahmen einer Öffnungsklausel besteht allerdings die Möglichkeit, durch ein Sachverständigengutachten einen niedrigeren Wert nachzuweisen.

Lebensversicherungen werden grundsätzlich mit dem Rückkaufswert bewertet. Nach altem Recht wurden 2/3 der eingezahlten Beiträge in Ansatz gebracht.

Die Bewertung von Betriebsvermögen erfolgte früher weitgehend nach der Steuerbilanz. Dies ist nach der Neuregelung nicht mehr möglich. Für den Betriebsvermögenswert von Einzelunternehmen, Freiberuflerpraxen und Beteiligungen an Personengesellschaften soll der gemeine Wert zugrunde gelegt werden. Die Ermittlung dieses Wertes soll erfolgen wie bei Anteilen an Kapitalgesellschaften. Danach wäre der Wert vorrangig aus Verkäufen, die innerhalb des letzten Jahres erfolgt sind, abzuleiten. Fehlt dieses Kriterium, wird der gemeine Wert unter Berücksichtigung der Ertragsaussichten nach dem sog. Ertragswertverfahren ermittelt. Sofern bei der Bewertung von Anteilen an Kapitalgesellschaften keine Wertableitung auf Basis von Börsenkursen erfolgen kann, käme auch hier ein Ertragswertverfahren zum Zuge, wenn keine Wertanhaltspunkte aus Verkäufen vorliegen.

Es soll ein vereinfachtes Ertragswertverfahren entwickelt werden, bei dem der künftig erzielbare Jahresertrag aus Käufersicht mit einem Kapitalisierungsfaktor multipliziert wird.

Die genannten Veränderungen führen nicht zu Vereinfachungen und in vielen Punkten dürfte die Wertermittlung problematisch bleiben. Dies wird auch nicht unbedingt durch eine Anhebung der Freibeträge aufgefangen.

Ein Erbschaftsteuer-Rechner findet sich unter folgendem Link:

http://www.steuerberaten.de/do_it_yourself/rechner/erbschaftsteuer/index.php