Ein Pastor der Evangelisch-Lutherischen Kirche blieb nach Eintritt in seinen Ruhstand weiterhin in seiner Gemeinede aktiv, obwohl er hierzu nicht verpflichtet war. Er übernahm freiwillig einige seelsorgerische Aufgaben, wie die Gestaltung von Gottesdiensten, Predigten, Trauungen und Beerdigungen. Zur Vorbereitung nutzte er ein häusliches Arbeitszimmer samt PC. Doch als er in seiner Steuererklärung die damit verbundenen Kosten samt Anschaffung von Büchern und Büromaterial als Werbungskosten geltend machte, erkannte das Finanzamt diese im Steuerbescheid nicht an.

Das Finanzamt Hamburg entschied, dass dem Pfarrer trotz seiner Ausgaben unter anderem für sein Arbeitszimmer kein Werbungskostenabzug zusteht. Das Gericht begründete das damit, dass er lediglich Versorgungsbezüge erhielt, die ihm auch ihne Erbringung einer Arbeitsleistung zusstehen würden. Dieses Urteil ist mittlerweile rechtskräftig (Az. 5 K 50/11).

Das bedeutet, dass auch Pfarrer im Ruhestand eventuell Werbungskosten von der Steuer absetzen können. Dies kommt allerdings nur hinsichtlich zusätzlich erzielter Einkünfte – wie insbesondere aus einer selbständigen Tätigkeit auf Honorarbasis – infrage.