Im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung kommt häufig der abwesende Arbeitnehmer zum Familiensitz und kann die Fahrtkosten als Werbungskosten geltend machen. Aber wie sieht der Fall aus, in dem der daheim gebliebene Partner an den Beschäftigungsort kommt?

Im vorliegenden Fall fuhr eine Ehefrau ihren Mann besuchen, der als Monteur auf einer Baustelle in den Niederlanden besuchen kam. Als er die Fahrtkosten in der Steuererklärung angab, versagte das Finanzamt die Anerkennung als Werbungskosten. Nach Ansicht des Fiskus handele sich um Kosten der privaten Lebensführung. Dies ließ der Steuerpflichtige sich nicht bieten und klagte.

Das Finanzgericht Münster stelle sich auf seine Seite und erkannte die Fahrtkosten zum Beschäftigungsort ebenfalls als Werbungskosten an. Das Gericht begründete dies damit, dass der Ehemann die Fahrten zum Heimatort hätte absetzen dürfen. Hier darf eine Ungleichbehandlung jedenfalls dann nicht erfolgen, soweit der Arbeitnehmer aus dienstlichen Gründen auch am Wochenende nicht nach Hause fahren darf. Hier müssen nach Auffassung der Richter die Fahrtkosten für eine solche umgekehrte Familienfahrten vom Finanzamt als Werbungskosten anerkannt werden.Das Aktenzeichen lautet: 12 K 339/10 E.

Dieses Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. In der Sache ist derzeit eine Nichtzulassungsbeschwerde vor dem Bundesfinanzhof anhängig unter dem Aktenzeichen VI R 22/14.