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Für Steuerzahler wäre das Verschicken ihrer Steuererklärung per Fax vorteilhaft, um die Frist für die Abgabe noch einzuhalten. Doch viele Finanzämter sträuben sich. Sie stehen auf dem Standpunkt, dass Steuererklärungen im Original vorgelegt werden müssen, um die Eigenhändigkeit zu wahren. Sie berufen sich diesbezüglich auf die Vorschrift des § 25 Abs. 3 Satz 1 EStG. Da steht Folgendes drin: „Die steuerpflichtige Person hat für den Veranlagungszeitraum eine eigenhändig unterschriebene Einkommensteuererklärung abzugeben.“ Doch ein Steuerpflichtiger hat sich jetzt dagegen gewehrt und vom Finanzgericht Schleswig-Holstein Recht bekommen.

Nach Ansicht der Richter bedeute „Eigenhändigkeit“ nicht zwingend, dass dem Finanzamt das Original vorgelegt werden muss. Es reiche vielmehr aus, dass der Steuerpflichtige die Unterschrift mit seiner Hand abgebe. Dieses Erfordernis werde auch durch Einreichung einer Kopie der Steuererklärung per Fax gewahrt. Das Aktenzeichen lautet: 1 K 166/12.

Auch wenn diese steuerzahlerfreie Entscheidung zu begrüßen ist, sollten Sie erst mal abwarten. Denn die Finanzverwaltung hat gegen die Entscheidung Revision eingelegt. Von daher wird der Bundesfinanzhof abschließend entscheiden. Das Aktenzeichen des anhängigen Verfahrens lautet: VI R 82/13. Aufgrund dieser Unsicherheit sollte die Abgabe der Steuererklärung nur im Notfall zur Wahrung der Frist versucht werden. Die Finnanzgerichte haben das bislang unterschiedlich gesehen.