Wer ein paar Pfunde zuviel hat und deshalb einer Operation durch Fettabsaugung durchführen lässt, sollte neben der Krankenkasse auch an das Finanzamt denken. Dieses muss die Kosten unter Umständen als außergewöhnliche Belastungen anerkennen.

Mollige Menschen sollten sich zunächst einmal gut überlegen, ob sie sich wegen ihrer Fettpolster überhaupt einer Operation unterziehen wollen, die oftmals gar nicht nötig ist.

Dann sollte zunächst geprüft werden, ob Sie nicht unter einer inneren Erkrankung leiden, durch die die überschüssigen Pfunde hervorgerufen werden. Dann reicht es womöglich, dass diese Ursache behandelt wird. Hierfür muss die Krankenkasse normalerweise aufkommen, weil das Behandeln einer inneren Erkrankung medizinisch notwendig ist.

Soweit solche Erkrankungen ausscheiden, sollten Sie sich am ebsten durch den Amtsarzt bescheinigen lassen, dass eine medizinische Indikation für eine Operation durch Fettabsaugen (sogenannte Liposuktion) spricht. Eine solche kann etwa darin bestehen, dass sie aufgrund der Fettleibigkeit krank werden (etwa hoher Blutdruck, psychische Krankheit). Soweit die Krankenkasse dafür nicht aufkommt, sollten Sie die Aufwendungen in ihrer Steuererklärung als außergewöhnliche Belastungen geltend machen.Wichtig ist hier, dass Sie den Eingriff erst danach durchführen lassen.

Sollten Sie sich vorab kein amtsärztliches Attest besorgt haben, sollten Sie die Kosten für das Fettabsaugen trotzdem als außergewöhnliche Belastungen gegenüber dem Finanzamt geltend machen. Zwar hat das FG Baden-Württemberg hier die Anerkennung der Kosten verweigert (Az. 10 K 542/12). Dieses Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig, weil die Sache vor dem Bundesfinanzhof anhängig ist. Das Aktenzeichen lautet: VI R 51/13. Hierauf sollten Sie sich bei einem Einspruch gegen Ihren Steuerbescheid berufen.