Ab und zu kommt es vor, dass volljährige Kinder während ihrer Berufsausbildung oder einem Studium mit einem Partner die Ehe eingehen.

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Im Folgenden gibt es dann häufig eine böse Überraschung: Die Familienkasse weigert sich in einem Bescheid weiterhin Kindergeld an die Eltern zu zahlen oder fordert sogar eine Rückzahlung. Doch dieses Anliegen ist längst nicht immer berechtigt.

Ehegatte mit niedrigem Einkommen: Kindergeld muss weiterhin gezahlt werden

Der Anspruch auf Kindergeld erlischt keinesfalls automatisch beim Eingehen einer Ehe. Normalerweise besteht der Anspruch zumindest in den Fällen, wo die Eltern weiterhin den Lebensunterhalt des Kindes bestreiten müssen, weil der Ehepartner selbst über kein ausreichendes Nettoeinkommen verfügt.

Ehegatte mit gutem Einkommen: Auch hier sollten sich Eltern wehren

Besonders gerne streicht die Familienkasse das Kindergeld dann, wenn das Kind einen Ehepartner mit einem guten Einkommen heiratet. Aber auch in dieser Situation ist fraglich, ob es kein Kindergeld mehr geben darf. Dies ergibt sich aus einer aktuellen Entscheidung des niedersächsischen Finanzgerichtes.Dieses Gericht verweist darauf, dass es für eine Striechung des Kindergeldes an einer gesetzlichen Grundlage fehlen würde. Unmittelbar aus dem Gesetz ergibt sich nicht, dass eine Ehe des Kindes einem Anspruch auf Kindergeld entgegensteht. Von daher darf hier nach Auffassung der Richter der Bezug vom Kindergeld nicht von dem Bestehen einer typischen Unterhaltssituation abhängig gemacht werden, wie das der Bundesfinanzhof noch vor einigen Jahren gefordert hatte.

Dieses Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Das niedersächsische Finanzgericht hat in dieser Frage die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen. Das Aktenzeichen der Entscheidung lautet: Az. 6 K 187/13.

Einspruch gegen Ablehnung des Kindergeldes

Eltern sollten daher gegen eine Verweigerung des Kindergeldes wegen der Heirat ihres Kindes vorgehen und gegen den Bescheid Einspruch einlegen. Dabei sollte auf die Entscheidung des niedersächsichen Finanzgerichtes hingewiesen werden. Bei Problemen sollten Sie sich am besten beraten lassen.

1 Kommentar

  • Alleine schon die Existenz dieses Artikels sagt uns, dass man wenn man sich nicht auskennt nicht auf seine Kosten kommt. Wahrscheinlich werden hier unwissenden armen Familien das Familiengeld entzogen. Auf alle Fälle würde ich nicht mehr ohne eine gute Steuerberatung leben können, einfach nur weil einem dann einfach Sachen entgehen die man als normal sterblicher einfach nicht wissen kann, da Zahl ich gerne ein bisschen was um gut in Punkto Steuersachen beraten zu werden, anstatt mit vieles entgehen zu lassen

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