Vorliegend ging es um einen Professor, der mit seiner Familie weit weg von seiner Arbeitsstelle wohnte. Weil die Fahrtzeit etwa zwei Stunden betrug, mietete er zunächst eine Wohnung in der Umgebung der Hochschule. Nach einiger Zeit zog er um. Er mietete eine Zweitwohnung an, die weiter von seinem Arbeitsplatz als von seiner Familienwohnung entfernt lag. Das Finanzamt erkannte daher nicht seine Ausgaben im Steuerbescheid als Werbungskosten an mit der Begründung, dass seine Zweitwohnung nicht am Beschäftigungsort liegt. Doch der Professor wehrte sich und erhob Klage.

Das Finanzamt Münster gab der Klage des Dozenten statt(Az. 3 K 4315/12 E) . Die Richter stellten klar, dass auch der nähere Einzugsbereich zum Beschäftigungsort gehört. Wichtig ist allein, dass die Arbeitsstelle günstig von der Zweitwohnung erreicht werden kann. Entscheidend ist, dass die Fahrtzeit trotz der Entfernung von 83 km nur 50 Minuten beträgt. Die Zweitwohnung liegt daher viel verkehrsgünstiger als die Familienwohnung, von der er zwei Stunden bis zu seiner Arbeitsstelle unterwegs wäre.

Dieses erfreuliche Urteil ist alerdings noch nicht rechtskräftig. Das Finanzamt hat gegen die Entscheidung Revision eingelegt. Das Revisonsverfahren ist anhängig unter dem Aktenzeichen VI R 59/13. Trotzdem ist in vergleichbaren Fällen ein Einspruch gegen den Steuerbescheid sinnvoll, soweit dies noch rechtzeitig möglich ist.