Die Senkung des ehemaligigen Sparerfreibeitrages auf einen Sparer-Pauschbetrag in Höhe von 801 Euro beziehungsweise 1.602 Euro  bei gemeinsam veranlagten Eheleuten hat bei vielen Sparern verständlicherweise für Ärger gesorgt. Dies vor allem auch deshalb, weil das Finanzamt seit dem Veranlagungszeitraum 2009  tatsächliche Ausgaben – wie etwa Depotkosten, Steuerberatungskosten  –  nicht bei der Abgeltungssteuer berücksichtigt , die diesen Sparer-Pauschbetrag überschreiten. Denn dieses darf diese Aufwenderungen nicht mehr als Werbungskosten anerkennungen. Dies ergibt sich aus der Regelung von § 20 Abs. 9 S. 1 EStG.

Dies sah ein Steuerzahler nicht ein, der in seiner Steuererklärung den Abzug von Werbungskosten aus Kapitalvermögen in Höhe von insgesamt 7.375 EUR geltend gemacht hatte. Dazu gehörten unter anderem Steuerberatungskosten. Das Finanzamt verweigerte ihm jedoch die Anerkennung wegen dem Abzugsverbot des § 20 Abs. 9 Abs. 1 EStG. Der betroffene Anleger klagte daraufhin gegen den Steuerbescheid.
Das Finanzgericht Baden-Württemberg gab der Klage des Anlegers statt. Das Gericht entschied das diese Ausgaben oberhalb des Sparer-Pauschbetrages vom Finanzamt als Werbungskosten berücksichtigt werden müssen. Dies gilt zumindest in der Situation, dass der persönliche Einkommenssteuersatz niedriger ist als der gewöhnliche Abgeltungssteuersatz in Höhe von 25%. Das Aktenzeichen lautet: 9 K 1637/10.
Dieses Urteil ist jedoch bislang nicht rechtskräftig, weil das Finanzamt gegen dieses Urteil Revision eingelegt hat. Von daher ist derzeit beim Bundesfinanzhof ein Revisionsverfahren unter dem Aktenzeichen VIII R 13/13 anhängig.

Betroffene Anleger sollten daher gegen ihren Steuerbescheid vorsichtshalber Einspruch einlegen. Dabei sollten sie sich auf das anhängige Verfahren berufen. Versuchen sollten Sie das ruhig auch dann, soweit Ihr persönlicher Steuersatz höher ist als der Abgeltungssteuersatz.