Musiker oder Schauspieler können unter Umständen die Kosten für eine sogenannte Dispokinese-Fortbildung als Werbungskosten beziehungsweise Krankheitskosten von der Steuer absetzen.

Eine Orchestermusikerin litt – wie viele ihrer Kollegen- unter Verspannungen unter anderem an hals und Nacken. .Aus diesem Grunde nahme sie an einer Fortbildung im Bereich der Dispokinese teil. Die Ausgaben machte sie in ihrer Steuererklärung als Werbungskosten geltend. Die Steuerzahlerin berief sich dabei darauf, dass sie diese Fortbildung aus beruflichen Gründen macht. Sie ist speziell auf ihre Tätigkeit zugeschnitten und kommt ihr daher vor allem beruflich zu tun. Doch das Finanzamt lehnte die Anerkennung als Werbungskosten ab. Hiermit war die Musikerin nicht einverstanden. Nachdem sie erfolglos Einspruch gegen Ihren Steuerbescheid eingelegt hatte, klagte sie.

Das hessische Finanzgericht erkannte ihre Ausgaben für die Fortbildung zwar nicht als Werbungskosten an, weil der unmittelbare Bezug zum Beruf fehlt. Aber es stufte die Kosten als außergewöhnliche Belastungen in Form von Krankheitskosten an. Von daher wurden Ihre Ausgaben immerhin teilweise steuerlich berücksichtigt. Dies gilt, soweit sie den zumutbaren Eigenanteil überstiegen. Das Aktenzeichen dieser Entscheidung lautet: 12 K 2569/10.

© fotofrank - Fotolia.com

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Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig, weil die Steuerpflichtige dagegen Revison eingelegt hat. Das Verfahren ist derzeit vor dem Bundesfinanzhof anhängig. Es läuft unter dem Aktenzeichen: VI R 37/12. Von daher sollten Sie als Musiker die Kosten für eine Dispokinese Fortbildung ruhig als Werbungskosten geltend machen, weil dann ein unbeschränkter Abzug in Betracht kommt.