Viele Mieter oder Grundstückseigentümer müssen im Winter den Gehweg vor ihrem Haus von Schnee und Eis befreien.

Wem das zu mühsam ist, beauftragt damit einen externen Dienstleister. In diesem Fall sollten Sie auch an das Finanzamt denken. Sie können die Ausgaben hierfür möglicherweise als haushaltsnahe Dienstleistung von der Steuer absetzen.

Dies ergibt sich aus einer Entscheidung des Finanzgerichtes Berlin-Brandenburg vom 23.08.2012 (Az. 13 K 13287/10). Das Problem besteht hier darin, dass der öffentliche Weg strenggenommen nicht mehr zum Grundstück und somit zum „Haushalt“ gehört.

Trotzdem haben die Richter hier einen Abzug bejaht. Sie haben das damit begründet, dass hier der Grundstücksigentümer den zum Grundstück führenden Gehweg aufgrund einer öffentlich-rechtlichen Verpflichtung Winterdienst leisten musste. Eine solche Verpflichtung besteht in vielen Gemeinden.

Aufgrund dieser Entscheidung sollten Sie als Grundstückseigentümer oder auch Mieter die Ausgaben für den Schneeräumdienst auch in ihrer Steuererklärung als haushaltsnahe Dienstleistung geltend machen.

Sollte das Finanzamt die Anerkennung im Steuerbescheid  ablehnen, legen Sie dagegen Einspruch ein und berufen sich auf diese Entscheidung. Allerdings ist diese Entscheidung des Finanzgerichtes Berlin-Brandenburg noch nicht rechtskräftig geworden und wird in Kürze den Bundesfinanzhof beschäftigen (Az. VI R 55/12). Dieser wird dann eine abschließende Entscheidung treffen. Von dieser können Sie aber nur dann profitieren, soweit Sie diese Kosten auch in ihrer Steuererklärung als Ausgaben für eine  haushaltsnahe Dienstleistung geltend gemacht haben.

Wer das nicht gemacht hat, kann aber noch gegen seinen Steuerbescheid Einspruch einlegen, sofern dieser noch nicht rechtskräftig geworden ist.

Wichtig ist, dass Sie eine ordnungsgemäße Rechnung erhalten und den Betrag nicht in bar zahlen, sondern überweisen. Ansonsten erkennt das Finanzamt die Ausgaben für haushaltsnahe Dienstleistungen nicht an.