Viele Arbeitnehmer haben in ihrer Wohnung nicht die Möglichkeit, um sich ein separates Arbeitszimmer einzurichten. Sie ziehen sich daher z.B. im Wohnzimmer in eine Arbeitsecke zurück, um dort in Ruhe arbeiten zu können. Bislang erkannten die Finanzämter die Aufwendungen für derartige Arbeitsecken nicht als Werbungskosten an, weil es sich nicht um ein komplettes häusliches Arbeitszimmer handelt.

Doch ein Selbstständiger hatte letztens mit seiner Klage Erfolg. Das Finanzgericht Köln erkannte die Ausgaben für eine Arbeitsecke als Betriebsausgaben an. Die Richter entschieden, dass das Finanzamt die Kosten anteilig als Betriebskosten anerkennen muss (Az. 10 K 4126/09) . Dieses Verfahren ist mittlerweile vor dem Bundesfinanzhof unter dem Aktenzeichen X R 32/11 anhängig.

Anders entschied allerdings kürzlich das Finanzgericht Düsseldorf. Die Richter entschieden, dass es sich bei der Arbeitsecke eines Architekten um keine abzugsfähigen Betriebsausgaben handelt. Das Gericht argumentierte vor allem mit dem Wortlaut der maßgeblichen Vorschrift von § 4 Abs. 5 Nr. 6b EStG. Darin ist nur von einem „Arbeitszimmer“ die Rede (Az. 7 K 87/11 E).Die Richter haben ebenfalls die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen.

Abzuwarten bleibt, wie der Bundesfinanzhof abschließend entscheidet. Betroffene Arbeitnehmer sollten Einspruch gegen ihren Steuerbescheid einlegen, wenn das Finanzamt nicht die Kosten für die Arbeitsecke nicht als Werbungskosten anerkennt. Das Gleiche gilt für Unternehmer hinsichtlich der Anerkennung als Betriebsausgaben. Dabei sollte auf das abhängige Verfahren vor dem Bundesfinanzhof verwiesen werden (Az. X R 32/11).