Viele Steuerpflichtige haben sich im Jahr 2010 gefreut, als der Bundesfinanzhof  von seiner strengen Rechtsprechung bei der Anerkennung von Ausgaben als Krankheitskosten abrückte (Az. VI R 17/09 und VI R 16/09 ) . Hierdurch wurde der Nachweis von Krankheitskosten wesentlich erleichtert, weil die Steuerzahler nicht mehr vor Beginn der jeweiligen Maßnahme den Amtsarzt oder den medizinischen Dienst aufsuchen mussten.

Doch die Freude darüber währte nicht lange. Der Gesetzgeber hat nämlich im Rahmen von dem sogenannten Steuervereinfachungsgesetz 2011 die Anforderungen an einen Nachweis festgelegt. Er hat dort bestimmt, dass dem Finanzamt zuvor ein Gutachten des Amtsarztes oder eine Bescheinigung des medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) vorgelegt werden muss. Dies ergibt sich aus Laut § 64 der Einkommenssteuer-Durchführungsverordnung in Verbindung mit § 33 Abs. 4 EStG. Hierzu entschied jetzt der Bundesfinanzhof, dass gegen diese Änderung keine Bedenken bestehen (Az. VI R 74/10).  Dabei geht es etwa um die Kosten für eine Kur, die Durchführung einer Psychotherapie sowie der auswärtigen Unterbringung eines legastheniekranken Kindes. Diese Regelung gilt auch rückirkend für noch offenen Fälle.