Wer als Privatmann häufiger Verkäufe über eBay tätigt und nicht aufpasst, könnte Ärger mit dem Finanzamt bekommen. So war es in einem Fall, über den kürzlich der Bundesfinanzhof entschieden hatte.

Ein Ehepaar hatte über mehrere Jahre gebrauchte Gegenstände wie Spielzeug,  Briefmarken und Porzellan im Wege der Onlineauktion versteigert. In vier Jahren nahmen sie dadurch ungefähr 100.000 Euro an. Doch die Freude daran währte nicht lange.  Das Finanzamt ging aufgrund der hohen Summe von einer Tätigkeit als Unternehmer aus. Es verlangte daher von dem Ehepaar die Entrichtung von über 11.000 Euro Umsatzsteuer. Doch die Eheleute sahen das nicht ein und klagten gegen diesen Bescheid. Zunächst hatten sie damit Erfolg. Das Finanzgericht gab der Klage statt.

Der Bundesfinanzhof hob allerdings diese Entscheidung mit Urteil vom 26.04.2012 (Az. V R 2/11) auf. Dieser Rückzahlungsbescheid der Finanzamtes war nicht rechtwidrig. Denn auch Privatleute können als Unternehmer handeln und müssen dann Umsatzsteuer an den Fiskus abführen. Dies setzt voraus, dass sie zahlreiche Verkäufe getätigt haben, die als „nachhaltig“ anzusehen sind.  Dies bejahte hier der Bundesfinanzhof. Nach den Feststellungen der Vorinstanz waren in dem Zeitraum von fast 4 Jahre etwa 1.200 Verkäufe erfolgt. Dabei musste viel organisisiert werden. Zwecks Durchführung von tatsächlichen Feststellungen verwied der Bundesfinanzhof die Sache zurück an die Vorinstanz. Auch Privatleute sollten daher klären, ob sie hier der Umsatzsteuerpflicht unterliegen. Sonst kann es teuer werden.