(c) Tomasz Trojanowski - Fotolia.com

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Der Gesetzgeber wollte die Besteuerung von Kapitalerträgen vereinfachen und hat eine Reform für 2009 beschlossen – doch für den Steuerbürger bleibt einfach vieles kompliziert.

Bis zum 31.12.2008 hat jeder Steuerpflichtige seine Kapitalerträge, sofern sie die Freibeträge überschreiten, in seiner Steuererklärung anzugeben und zu versteuern. Ab 2009 kommt nun ein grundlegender Wandel. Denn die Kreditinstitute werden in Zukunft 25 % Abgeltungsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer von allen Kapitalerträgen einbehalten und an das Finanzamt abführen. Damit sind alle Steueransprüche des Fiskus auf Kapitaleinkünfte abgegolten. Die Kapitaleinkünfte werden dann im Regelfall nicht weiter im Steuerveranlagungsverfahren berücksichtigt.

Worauf muss der Steuerbürger nun achten? Zum einen sollte er bei seiner Bank prüfen, ob ein Freistellungsauftrag vorliegt. In Zukunft beträgt der Sparerpauschbetrag € 801,00 bzw. bei Ehegatten € 1.602,00. Erst für darüber hinausgehende Beträge wird Abgeltungsteuer einbehalten. Werbungskosten sind im Rahmen dieser Pauschalversteuerung nicht mehr abziehbar. Neu ist auch, dass sämtliche Erträge aus der Veräußerung von Wertpapieren (abgesehen von wenigen befristeten Ausnahmen beim Verkauf von Zertifikaten) der Abgeltungsteuer unterliegen. Früher galt das nur für Veräußerung innerhalb der Spekulationsfrist, jetzt greift die Steuer bei jeder Veräußerung.

Wichtig ist, zu überprüfen, ob der individuelle Steuersatz unter 25% liegt. In diesem Fall sollte nämlich bei Abgabe der Steuererklärung der Antrag gestellt werden, die Kapitaleinkünfte dem allgemeinen Einkommensteuertarif zu unterwerfen, weil das günstiger ist für den Steuerpflichtigen. Dann prüft das Finanzamt von Amts wegen die günstigste Variante. Zusammenveranlagte Ehegatten können diesen Antrag nur gemeinsam stellen.

Außerdem besteht noch die Möglichkeit, eine Nichtveranlagungsbescheinigung beim Finanzamt zu beantragen und der Bank vorzulegen. Diese ist nur sinnvoll, wenn keine Steuern gezahlt werden müssen und folglich auch keine Abgeltungsteuer durch die Bank einbehalten werden soll.

Es gilt bei der Abgeltungsteuer auf viele Einzelsachverhalte zu achten – das vereinfacht sie nicht, sondern macht sie für den Steuerbürger kompliziert.