(c) Kelly Ann - Fotolia.com

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Keiner wartet auf sie und sie kommt trotzdem: Die Abgeltungsteuer. Ab 01.01.09 wird das Einkommenssteuergesetz um diese neue steuerliche Verwandte bereichert. Und der Staat wird auch um sie bereichert. Denn dank der Abgeltungsteuer erhält er pauschal von allen Kapitalerträgen und den Wertpapierveräußerungsgeschäften eines jeden Steuerpflichtigen 25 %. Die Steuer wird von den Kreditinstituten einbehalten und an den Fiskus abgeführt. Der Steuerpflichtige braucht die Kapitaleinkünfte nicht mehr in seiner Steuererklärung aufzuführen.

Doch damit nicht genug. Von der Abgeltungsteuer werden noch 5,5 % Solidaritätszuschlag und zudem Kirchensteuer einbehalten. Diese Beträge werden ebenfalls von den Banken an die Finanzbehörden abgeführt. Allerdings nur, wenn der Steuerpflichtige bei seiner Bank einen Antrag stellt, die Kirchensteuer einzubehalten und abzuführen. Macht er dies nicht, muss er im Rahmen seiner Steuererklärung angeben, in welcher Höhe seine Bank Abgeltungsteuer einbehalten hat. Auf Basis dieser Angabe fordert das Finanzamt dann die Kirchensteuer nach, sofern überhaupt eine Kirchenzugehörigkeit vorliegt. Soweit Kirchensteuer im Rahmen der Abgeltungsteuer erhoben wird, ist sie nicht als Sonderausgabe abzugsfähig. Sparer-Pauschbeträge in Höhe von € 801,00 bzw. € 1.602,00 bei zusammen veranlagten Ehegatten werden durch die Bank auf Antrag berücksichtigt, d. h. Abgeltungsteuer und Zuschlagsteuern fallen erst oberhalb dieser Beträge an.

Zukünftig ist eine elektronische Datenbank geplant, über die alle Banken die Konfession der Bürger abfragen können und damit entfallen alle Anträge. Der Bürger wird gläsern, Anträge sind dann nicht mehr erforderlich.