Wird ein Angehöriger pflegebedürftig tritt nicht nur ein privat, sondern auch finanziell schwieriger Fall ein. Doch das deutsche Steuerrecht bietet einige Möglichkeiten, die finanzielle Belastung zu mindern. So können einige Kosten als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden – als ob der Steuerpflichtige selbst erkrankt wäre und die Kosten zu tragen hätte. Abziehbare Kosten im Zusammenhang mit pflegebedürftigen Angehörigen sind unter anderem

© Gina Sanders2 - Fotolia.com

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• Kosten für die Beschäftigung einer  ambulanten Pflegekraft

• Kosten für Pflegedienste, für Einrichtungen der Tages- oder Nachtpflege, für Kurzzeitpflege oder Betreuungsangebote mit ehrenamtlichen Helfern

• Kosten für die Unterbringung in einem Heim auf Grund der Pflegebedürftigkeit.

Die Pflegebedürftigkeit sollte allerdings nachgewiesen werden. So stellen etwa die sozialen Pflegekassen oder die Privatversicherung den Schweregrad der Pflegebedürftigkeit und die erhebliche Einschränkung der Alltagskompetenz fest.

Der Steuerpflichtige hat es noch einfacher mit ambulant gepflegten Angehörigen. Für diese können ohne Nachweis der Pflegebedürftigkeit die Kosten für die Pflege als außergewöhnliche Kosten geltend gemacht werden, allein mit einer Rechnung über die Pflegedienstleistung eines anerkannten Pflegedienstes.

Auch kann ein Pflege-Pauschbetrag von 924 Euro von jedem geltend gemacht werden, der eine dauerhaft hilflose Person unentgeltlich pflegt. Die Pflege muss im eigenen Haushalt oder im Haushalt der hilflosen Person erfolgen. Pflegen diese Person mehrere, so wird der Pausch-Betrag dementsprechend aufgeteilt. Wird der Pflege-Pauschbetrag nicht in Anspruch genommen, so können die tatsächlichen Aufwendungen für die Pflege angesetzt werden, allerdings beim Pflegenden nur, soweit die gepflegte Person sie nicht selbst tragen kann