Flexibilität ist gefragt. Der moderne Arbeitnehmer wird immer häufiger von seinem Arbeitgeber weg von seinem angestammten Wohn- und Arbeitsort für eine beschränkte Dauer an einen neuen Ort entsandt. Gerade Zeitarbeiter kennen das. Währt die Entsendung lange genug, so muss eine neue Wohnung her. Doch was wird aus der alten Wohnung. Lassen sich steuerlich irgendwelche Entlastungen erzielen? Die Antworten auf diese Fragen hängen vom konkreten Fall ab:

1. Regelmäßige Arbeitsstätte beim neuen Arbeitgeber: Ruht mit der Entsendung das bisherige Beschäftigungsverhältnis, hat der Arbeitnehmer beim neuen Arbeitgeber von Beginn an eine regelmäßige Arbeitsstätte, wenn er diese nachhaltig aufsucht.  In dem Fall können Kosten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung geltend gemacht werden. Dazu gehört beispielsweise die Miete für die Zweitwohnung und eine Familienheimfahrt pro Woche.

2. Entsendung als Auswärtstätigkeit: Wird der Arbeitnehmer im Rahmen seines Beschäftigungsverhältnisses vorübergehend (zeitlich befristet) ausgeliehen, begründet er dort keine regelmäßige Arbeitsstätte. Die Aufwendungen der Tätigkeitsind daher wie herkömmliche Reisekosten zu behandeln.

3. Aufgabe der bisherigen Wohnung: Unterhält der Arbeitnehmer seine einzige Wohnung am neuen Beschäftigungsort, stellen die Unterbringungskosten Aufwendungen für die private Lebensführung dar. Diese sind bereits durch den Grundfreibetrag abgedeckt und es gibt keine weitere Möglichkeit der steuerlichen Berücksichtigung.

4. Vermietung der alten Wohnung: Vermietet der Arbeitnehmer seine bisherige Wohnung während seiner Entsendung, kann er die Unterbringungskosten am neuen Wohnort weder als Werbungskosten abziehen noch vom Arbeitgeber steuerfrei erstatten lassen.

5. Behalten der alten Wohnung: Behält er seine alte Wohnung  und unterhält er am neuen Beschäftigungsort eine weitere Wohnung, kann der entsendete Arbeitnehmer die beruflich veranlassten Unterbringungskosten als Werbungskosten abziehen bzw. sich vom Arbeitgeber steuerfrei erstatten lassen. Werden auch Familienmitglieder untergebracht, dann müssen die Kosten in einen beruflichen und privaten Teil aufgeschlüsselt werden.  Nur erstere sind abziehbar. Die Aufteilung kann durch Schätzung anhand des Quadratmeterpreises der Miete erfolgen, wobei aus Vereinfachungsgründen  60 qm pauschal als beruflich veranlasst gelten.

Ein Rechenbeispiel: Ein Arbeitnehmer wohnt mit seiner Ehefrau und zwei Kindern am Beschäftigungsort in einer 150 qm großen Mietwohnung. Die Aufwendungen betragen monatlich 1.050 Euro (7 Euro/qm). Hiervon können 60 qm als beruflich und der übrige Anteil als privat veranlasst geschätzt werden: Es können also 420 Euro (7 Euro x 60 qm) als Werbungskosten abgezogen bzw. vom Arbeitgeber steuerfrei erstattet werden.