Bis zur Vollendung des 24. Lebensjahres unterstützt sie der Staat mit Kindergeld und einer steuerlichen Förderung, sofern sich ihr Kind noch in der Ausbildung oder im Studium befindet. Steuerliche Vorteile neben dem Kindergeld sind für die Eltern unter anderem:

  • der Kinder- und Betreuungsfreibetrag bei der Einkommensteuer,
  • der Abzug der Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung der Kinder,
  • die zusätzliche Kinderzulage für Riester-Sparverträge der Eltern,
  • die verminderte zumutbare Eigenbelastung beim Abzug von außergewöhnlichen Belastungen,
  • die Höhe von Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer,
  • der Abzug von Schulgeld als Sonderausgabe,
  • der Abzug eines Ausbildungsfreibetrags bei auswärtiger Unterbringung,
  • der Ansatz des Pauschbetrags bei einem behinderten Kind bei den Eltern und
  • die Eigenheimzulage in Altfällen.

Ausbildung, ein weiter Begriff und drückt aus, dass das Berufsziel noch nicht erreicht ist, aber das Kind sich ernstlich darauf vorbereitet. Wir denken üblicherweise an Ausbildungsgänge, die mit einer Prüfung der IHK oder Handwerkskammer abschließen.

Dass dies nicht zwingend so ist, hat das Finanzgericht Rheinland-Pfalz (Urt. v. 12.07.2010 – 5 K 2542/09) letztes Jahr festgestellt. Im konkreten Fall handelte es sich um eine Friseurassistentin deren Gehalt vom Arbeitgeber als Ausbildungsvergütung ausgezahlt wurde. Die Familienkasse zahlte jedoch kein Kindergel, denn die Assistentin war  nicht bei der Handwerkskammer als Auszubildende des Friseursalons gemeldet war und absolvierte damit keine Berufsausbildung im Sinne des Berufsbildungsgesetzes absolvierte.

Das sei nach Auffassung des Gerichtes nicht entscheidend. Es reiche völlig aus, wenn eine Ausbildung

  • eine nicht nur vorübergehende Betätigungsmöglichkeit schafft,
  • dem Aufbau oder der Erhaltung und Sicherung der beruflichen Existenz und damit
  • der Erhaltung und Sicherung der Lebensgrundlage dient.

Das sei auch außerhalb der klassischen Berufsausbildung möglich. Das in dem Fall die Friseurassistentin nicht die Berufsschule besucht hat und nicht bei der Handwerkskammer gemeldet war sei zwar ungewöhnlich, aber keine Bedingung dafür, dass die auf einen Beruf ausgebildet werde. Dafür sprach, dass sie nicht  geringfügig beschäftigt wurde und regelmäßig firmenintern ausgebildet wurde.