Es wurde bereits öfter darauf hingewiesen, dass die letzte Stunde der Lohnsteuerkarte geschlagen hat. Das Jahr 2010 ist das letzte Jahr an dem die Gemeinden eine Lohnsteuerkarte in Papierform ausgestellt haben. Allerdings soll erst 2012 den Arbeitgebern die Lohnsteuerabzugsmerkmale des jeweiligen Arbeitnehmers maschinell verwertbar bereitgestellt werden, Stichwort “Elektronische LohnSteuerAbzugsMerkmale“ beziehungsweise ELStAM. Das nächste Jahr 2011 ist ein Übergangsjahr. Dafür soll Folgendes gelten (BMF-Schreiben v. 05.10.2010 – IV C 5 – S 2363/07/0002-03):

Besteht ein Arbeitsverhältnis auch 2011 unverändert weiter, gilt die Lohnsteuerkarte 2010 mit etwaigen zwischenzeitlichen Änderungen ebenfalls weiter. Das gilt auch für einen auf der Lohnsteuerkarte 2010 eingetragenen Jahres-Freibetrag oder Faktor. Der Arbeitgeber behält also 2011 die Lohnsteuerkarte von 2010, sie wird nicht zurückgeschickt. Ebenfalls ist ab 2011 nicht mehr die Gemeinde, sondern das Finanzamt für die Lohnsteuerkarte des Arbeitnehmers zuständig. Dort müssen die Arbeitnehmer auch Änderungen an der Lohnsteuerkarte 2010 vornehmen falls sich ihre Verhältnisse zu ihren Gunsten verändern, z.B. wenn die Steuerklasse III bescheinigt ist und sich die Ehegatten im Laufe des Kalenderjahres 2010 auf Dauer getrennt haben oder ein Kind nicht mehr zu berücksichtigen ist.

Endet dagegen ein Arbeitsverhältnis dagegen 2011, dazu zählt auch ein Arbeitgeberwechsel, muss der bisherige Arbeitgeber dem Arbeitnehmer die Lohnsteuerkarte 2010 aushändigen, damit er sie einem neuen Arbeitgeber vorlegen kann.

Besitzt ein Arbeitnehmer keine Lohnsteuerkarte 2010 und muss allerdings erstmals die Lohnsteuerabzugsmerkmale für ein Arbeitsverhältnis vorliegen, so erhält er beim Finanzamt eine „Bescheinigung für den Lohnsteuerabzug 2011“, eine Art Übergangssteuerkarte. Eine solche Ersatzbescheinigung wird auch in allen Fällen ausgestellt, in denen in 2011 keine Lohnsteuerkarte 2010 (mehr) vorhanden ist (also auch bei Verlust der Karte für 2010).

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Eine Ausnahme sind ledige Auszubildende, die 2011 ihren Einstieg in die Berufswelt beginnen. Für sie kann der Arbeitgeber den Lohnsteuerabzug auch ohne Vorlage einer Lohnsteuerkarte 2010 oder Bescheinigung für den Lohnsteuerabzug 2011 nach der Steuerklasse I vornehmen. Dafür benötigt er jedoch vom Auszubildenden die Identifikationsnummer, den Geburtstag, gegebenenfalls seine Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft sowie die schriftliche Bestätigung, dass es sich um das erste Arbeitsverhältnis handelt.