Eine große Steuerungswirkung hat die Befreiung von Zuschlägen für Nacht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit. Nicht nur, dass solche Arbeitszeiten an sich schon beschwerlich und unbeliebt und deshalb förderungswürdig sind. Ganze Berufszweige rentieren sich erst dadurch. So machen die steuerfreien Zuschläge einen großen Teil der des Nettoeinkommens etwa von Krankenpflegern aus.

Zuschläge, die für geleistete Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit neben dem Grundlohn gezahlt werden, sind allerdings nur dann steuerfrei, wenn sie für Nachtarbeit 25 Prozent und für Sonntagsarbeit  50 Prozent des Grundlohns nicht übersteigen. Auch dürfen die Zuschläge auch nur für die tatsächlich geleistete Arbeit in der Nacht sowie an Sonn- und Feiertagen gezahlt werden und nicht etwa als Teil einer einheitlichen Entlohnung für die gesamte Tätigkeit.

Der Bundesfinanzhof hat in einem Urteil (Urt. v. 17.06.2010 – VI R 50/09) die Gestaltungsmöglichkeit für die Zuschläge beträchtlich erweitert. Es ist jetzt zulässig, einen durchschnittlichen Auszahlungsbetrag pro tatsächlich geleistete Arbeitsstunde zu vereinbaren. Das ist für Berufe relevant, bei denen der der laufende Arbeitslohn der Höhe nach schwankt. Das ist neu. Bisher galt die Auffassung, dass ein von Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit nichtbeeinflusster Grundlohn vorliegen müsse. Nach dem Urteil des BFH haben es die Beteiligten nun selbst in der Hand, durch vertragliche Vereinbarung von der gesetzlich zulässigen Steuerbefreiung in möglichst hohem Maße Gebrauch zu machen.