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Für Kinder, die sich in einer Berufsausbildung befinden, gibt es normalerweise auch nach Vollendung des 18. Lebensjahres noch Kindergeld.

Anders ist das allerdings, soweit die Einkünfte und Bezüge des Kindes zu hoch sind und dadurch der Grenzbetrag überschritten wird. Neben dem Verdienst des Kindes werden auch Unterhaltszahlungen von Dritten berücksichtigt. So etwas kommt beispielswiese bei verheirateten Kindern vor, bei denen normalerweise der Ehegatte vorrangig Unterhalt leisten muss.

Zuweilen zahlt der zum Unterhalt Verpflichtete jedoch einfach nicht. In diesem Fall ist es sehr fragwürdig, ob die Familienkasse diesen Anspruch als sogenannten fiktiven Unterhalt einfach als Einkommen des Kindes ansehen darf. Schließlich ist ja kein Geld geflossen und weder das Kind, noch die Eltern haben etwas davon. So sehen das auch das Finanzgericht Münster in seinem Urteil vom 17.06.2010 (Aktenzeichen 11 K 2790/09 Kg) sowie das hessische Finanzgericht in seiner Entscheidung vom 11.12.2007 (Aktenzeichen 3 K 3174/05).

Allerdings sind beide Urteile noch nicht rechtkräftig. Beide Finanzgerichte haben die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen. Gegen die Entscheidung des hessischen Finanzgerichtes ist ein Revisionsverfahren unter dam Aktenzeichen III R 8/08 anhängig.

Die Familienkasse darf allerdings den fiktiven Unterhalt als Einkommen ansehen, soweit das Kind freiwillig drauf verzichtet hat.