Wer Steuern hinterzieht, sollte auch mal an seine Erben denken. Wird die Steuerhinterziehung nicht zu Lebzeiten des Hinterziehers entdeckt, sind sie gewöhnlich die Leidtragenden. Bei Annahme der Erbschaft müssen die Erben nämlich nicht nur die vorenthaltenen Steuern an das Finanzamt nachzahlen, sondern auch  Hinterziehungszinsen entrichten in Höhe von sechs Prozent des hinterzogenen Betrages pro Kalenderjahr.

Das kommt daher, weil die Erben in die Pflichtenstellung des Erblassers eintreten. Die Verpflichtung zur
Entrichtung der Hinterziehungszinsen geht auf die Erben über, weil es sich um keine Strafe handelt – durch die nur der Täter selbst zur Verantwortung gezogen werden soll.

Soweit Erben entdecken, dass der Erblasser Steuern hinterzogen hat, sollte sich unverzüglich beraten lassen. Ansonsten besteht nämlich die Gefahr, dass sie vom Fiskus selbst wegen Steuerhinterziehung belangt werden-wegen Ihres eigenen Fehlverhaltens.Nach dem Tod des Erblassers kommen die Finanzämter im Laufe der Jahre häufig dahinter, dass er Steuern hinterzogen hat – und belangen dann die Erben. Diese können übrigens die Hinterziehungszinsen nicht als Werbungskosten von der Steuer absetzen.