© AlienCat - Fotolia.com

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Das Elterngeld ist als Lohnersatz für Eltern gedacht, die nach der Geburt ihres Kindes beruflich kürzer treten wollen. Die Höhe richtet sich nach dem erzielten durchschnittlichen Nettoeinkommen der letzten 12 Monate vor der Geburt. Der Wechsel der Steuerklassen kann sich für Eltern lohnen, soweit er zu einer Erhöhung des Nettoeinkommens und somit zu einem höheren Elterngeld führt.

Hierzu hat das Bundessozialgericht entschieden, dass auch ein Wechsel der Steuerklasse zu diesem Zweck rechtlich zulässig ist (Az. B 10 EG 3/08 R sowie B 10 EG 4/08 R). Hierin liegt nach der Feststellung der Richter kein Missbrauch. Niemand ist  daran gehindert, eine aus Sicht des Steuerrechtes Wahl der Steuerklasse vorzunehmen. Aus den maßgeblichen gesetzlichen Regelungen des Bundeselterngeld- und Erziehungszeitengesetzes ergibt sich nicht, dass die Wahrnehmung dieser Möglichkeit verboten ist. Von daher entschieden die Richter, dass die zuständige Behörde ein höheres Elterngeld zahlen muss. In dem zugrundeliegenden Sachverhalt waren zwei Frauen während ihrer Schwangerschaft in eine niedrigere Steuerklasse gewechselt, um das Elterngeld zu erhöhen.

Sie sollten daher sorgfältig prüfen, ob  die Wahl einer „ungünstigeren“ Steuerklasse  im Ergebnis vorteilhaft ist.