Die Oberfinanzdirektion Frankfurt stellt Regeln auf.

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Die Oberfinanzdirektion Frankfurt hat sich mit der Besteuerung von Schiedsrichtern befasst. Folgendes ist dabei heraus gekommen:
Zunächst stellte die OFD Frankfurt klar, dass die Einkunftsart der Schiedsrichter und ihrer Assistenten von ihrer Einsatzebene abhängt. Werden sie auf nationaler Ebene (DFB inkl. Landes- und Regionalverbände) eingesetzt und sieht der Verband lediglich einen Einsatz vor, so erzielen sie sonstige Einkünfte. Werden sie dagegen auf internationaler Ebene eingesetzt (UEFA, FIFA usw.) erzielen Schiedsrichter sowie Assistenten gewerbliche Einkünfte aus ihrer gesamten Schidesrichtertätigkeit. Also auch aus den Einsätzen auf nationaler Ebene. Allerdings muss der Schiedsrichter auch tatsächlich „gepfiffen“ haben, eine Eintragung in Einsatzlisten führt nicht zu gewerblichen Einkünften.
Sind Schiedsrichter und Assistenten auch im Bereich Werbung aktiv erzielen sie hieraus ebenfalls Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Allerdings wird dies separat von der Schiedsrichtertätigkeit betrachtet. Nur bei einem sachlichen Zusammenhang, z.B. ein Trikot mit der entsprechenden Werbung während des Schiedsrichtereinsatzes, ist ein einheitlicher Gewerbebetrieb für die Schiedsrichtertätigkeit und die Werbetätigkeit anzunehmen. Bei national tätigen Schiedsrichtern kann dies dann zur Umqualifizierung ihrer Einkünfte in gewerbliche führen.
Die OFD Frankfurt stellte auch klar, dass diese Grundsätze nicht 1:1 auf Schiedsrichtertätigkeiten in anderen Sportarten zu übertragen sind.
Jedenfalls gilt auch bei der Schiedsrichtertätigkeit, dass diese Einkünfte steuerlich nur dann anzuerkennen sind, wenn Einkunftserzielungsabsicht besteht. Diese Absicht liegt regelmäßig nicht vor, wenn die Ausgaben überwiegen (z.B. Reisekosten).
Ehrenamtlich tätige Schiedsrichter im Amateurbereich können den Freibetrag für nebenberufliche Tätigkeiten im gemeinnützigen Bereich in Höhe von 500,00 Euro pro Jahr geltend machen.
(OFD Frankfurt vom 24.04.2012 – S 2257 A – 19 St 218)