(c) olly - Fotolia.com

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Ein Verein hatte in den Streitjahren sechs Internet-Reisebüros als Mitglieder. Die Mitglieder zahlten jährliche Mitgliedsbeiträge von 30.000 Euro. Im Rahmen einer Umsatzsteuerprüfung wurde festgestellt, dass der Verein die Mitgliedsbeiträge in steuerpflichtige und steuerfreie Umsätze aufgeteilt hatte. Diese Aufteilung erfolgte anhand der Aufgabenbereiche. 25% der Mitgliedsbeiträge wurden als steuerfrei im Zusammenhang mit der internen Organisation behandelt und 75% wurden als steuerpflichtig angesehen, da sie für die Erstellung von Studien für Mitglieder und die Öffentlichkeitsarbeit gegenüber der Presse oder im Internet verwendet wurden. Für die Eingangsleistungen, die sich auf die steuerpflichtigen Anteile bezogen, wollte der Verein die Umsatzsteuer als Vorsteuer abziehen.
Grundsätzlich sind die Leistungen eines Vereins steuerbar, die sie für Mitglieder mit individuellen Interessen erbringt. Allerdings steht dem nicht entgegen, dass der Verein diese Leistungen für alle Mitglieder erbringt. Also ist auch nicht Voraussetzung, dass nur für einzelne Mitglieder geworben wird. Hier jedenfalls genügt, dass der Verein Werbung für die Internetseiten ihrer Mitglieder betreibt. Das Tätigwerden für die Mitglieder steht allein schon deshalb im Vordergrund, weil die Werbung nicht für den Verein erfolgt, sondern für die Mitglieder. Daher hat der Verein satzungsgemäß Werbeleistungen und Marktstudien für seine Mitglieder erbracht. Eine Aufteilung ist in steuerfreie und steuerpflichtige Umsätze ist allerdings nicht erforderlich. Die Mitgliedsbeiträge sind insgesamt umsatzsteuerpflichtig.
(FG München v. 26.11.2009 – 14 K 4217/06)

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