(c) ightcatcherfoto - Fotolia.com

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Grundsätzlich gilt ja: Werden Speisen vor Ort verzehrt, unterliegen diese Leistungen dem allgemeinen Steuersatz von 19%. Das trifft damit also auch Schulkantine und Mensa. Nur die reine Lieferung von Lebensmitteln ist begünstigt und unterliegt dem Steuersatz von 7%. Fast-Food-Restaurants fragen daher ihre Kunden, ob die Speisen „zum hier essen“ oder „zum mitnehmen“ sind. Der Hamburger kostet zwar drinnen wie draußen drei Euro, unterliegt aber bei Mitnahme nur dem ermäßigten Steuersatz. Dadurch können Schulkantinen und Mensen genötigt werden ihre Speisen zu verteuern und damit im Vergleich zur Frittenbude um die Ecke schlechter abzuschneiden.
Hieran ist jedoch nichts zu rütteln. Der Europäische Gerichtshof als auch der Bundesfinanzhof haben immer wieder entsprechende Urteile gefällt. Stellt der Unternehmer Tische und Stühle, kümmert sich um das Entfernen des dreckigen Geschirrs u. s. w. ist der ermäßigte Umsatzsteuersatz dahin. Das trifft nicht nur Schulkantinen, sondern auch Seniorenheime und Krankenhäuser.
Das Bundesministerium der Finanzen führte jetzt jedoch auf, dass das günstige Essen für Schüler und Studenten gerettet werden kann. Es gibt verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten:
–    Gemeinnützige Vereine als Mitglieder von Wohlfahrtsverbänden können Speisen und Getränke in Schulen umsatzsteuerfrei abgeben (§ 4 Nr. 18 UStG)
–    Erbringt der Träger der Einrichtung (Schule, Kindergarten etc.) die Verpflegungsleistung selbst ist dies ebenfalls steuerfrei (§ 4 Nr. 23 UStG). Dafür reicht es, wenn der Träger das Essen austeilt, er muss nicht selbst kochen.
–    Werden Caterer engagiert, die tatsächlich nur die Speisen liefern (also kein Geschirr etc.) unterliegen diese Cateringleistungen dem ermäßigten Steuersatz von 7% (§ 12 (2) Nr. 1 UStG).
–    Wird die Verpflegungsleistung durch eine gemeinnützige Körperschaft im Rahmen ihres Zweckbetriebs erbracht fallen ebenfalls nur 7% Umsatzsteuer an (§ 12 Nr. 8 UStG). Die Grundversorgung von Schülern und Studenten durch gemeinnützige Schulfördervereine o.ä. stellt einen steuerbegünstigten Zweckbetrieb dar.

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