Ein Auszug aus den steuerrechtlichen Änderungen zum 01.01.2015 für Unternehmer.

(c) drubig-photo - Fotolia.com

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Betriebsveranstaltungen
Ab 2015 wird die bisherige Freigrenze von 110 Euro in einen Freibetrag umgewandelt, sodass nur der um 110 Euro übersteigende Betrag der Lohnsteuer unterliegt. Es werden alle Aufwendungen, also auch die Kosten für den äußeren Rahmen der Betriebsveranstaltung wie z.B. die Saalmiete, mit eingerechnet. Wird der Arbeitnehmer von z.B. der Ehefrau begleitet, werden die Kosten für die Begleitperson für den Arbeitnehmer mit einbezogen.
Selbstanzeige
Die Wirksamkeitsvoraussetzungen einer strafbefreienden Selbstanzeige und die Regelungen für das Absehen von Verfolgung in besonderen Fällen werden zum 01.01.2015 verschärft. Steuerhinterziehung soll sich nicht mehr lohnen. Der Zeitraum, für den berichtigt werden muss, wird sich dann auf mindestens zehn Jahre erstrecken, statt wie bisher bei einfacher Steuerhinterziehung auf fünf Jahre. Die strafbefreiende Selbstanzeige kann ab Januar auch nur noch bis zu einem Hinterziehungsbetrag von bis zu 25.000 Euro gestellt werden, nicht mehr bei bis zu 50.000 Euro. Bei Steuerhinterziehungen von mehr als 25.000 Euro wird auf die Strafverfolgung nur noch bei gleichzeitiger Zahlung eines Zuschlags abgesehen.
Hörbücher
Die Umsatzsteuer aus der Lieferung von Hörbüchern wird vom Regelsteuersatz in Höhe von 19% auf den ermäßigten Steuersatz von 7% gesenkt.
Mini-One-Stop-Shop
Ab 2015 liegt der Leistungsort bei Telekommunikations-, Rundfunk-, Fernseh- und auf elektronischem Weg erbrachten Dienstleistungen an Nichtunternehmer in dem Staat, in dem der Leistungsempfänger wohnt. Hierzu wurde Erleichterungen geschaffen, die mit der Sonderregelung „Mini-One-Stop-Shop“ benannt wurden. Hierzu gibt es einen Beitrag im Blog.
Umsatzsteuerbefreiungen ab 2015:
– Eingliederungsleistungen nach dem SGB II
– Leistungen der aktiven Arbeitsförderung nach dem SGB III und vergleichbare Leistungen, sofern sie von Einrichtungen des öffentlichen Rechts oder anderen Einrichtungen mit sozialem Charakter erbracht werden.
– Personalgestellung durch religiöse und weltanschauliche Einrichtungen insbesondere für Zwecke der Krankenhausbehandlung und ärztliche Heilbehandlungen in Krankenanstalten, der Sozialfürsorge und der sozialen Sicherheit, der Kinder- und Jugendbetreuung, der Erziehung, des Schul- und Hochschulunterrichts und der Aus- und Fortbildung sowie für Zwecke geistigen Beistands
– Dialyseleistungen.
Kirchensteuer auf Abgeltungsteuer
Ab 2015 müssen Kapitalanleger nicht mehr selbst tätig werden und einen Antrag auf Einbehalt von Kirchensteuer auf die Abgeltungsteuer stellen. Der Einbehalt erfolgt automatisch. Dem automatisierten Datenabruf der Religionszugehörigkeit kann schriftliche beim Bundeszentralamt für Steuern widersprochen werden. Daraufhin wird eine Aufforderung erfolgen, die zur Abgabe einer Steuererklärung zur Festsetzung der Kirchensteuer durch das Finanzamt beinhaltet. Kapitalgesellschaften mussten bereits tätig werden (wir berichteten), um die künftig die korrekte Kirchensteuer auf Ausschüttungen einzubehalten.