Wie oft kann der Höchstbetrag von 1.250 Euro im Jahr berücksichtigt werden?

(c) Alina G - Fotolia.com

(c) Alina G – Fotolia.com

Die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer können nur dann in voller Höhe berücksichtigt werden, wenn im Arbeitszimmer der Mittelpunkt der beruflichen und betrieblichen Tätigkeit liegt. Wenn kein beruflicher Arbeitsplatz zur Verfügung steht können maximal 1.250 Euro geltend gemacht werden, ansonsten sind die Kosten für das Arbeitszimmer gar nicht abzugsfähig.
Im vorliegenden Fall hatte der Kläger ein häusliches Arbeitszimmer, für das im Streitjahr rund 7.900 Euro an Kosten anfielen. Der Kläger verteilte diese zu 30% auf die Einkünfte aus selbstständiger und nichtselbstständiger Arbeit und zu 40% auf die Einkünfte aus Gewerbebetrieb auf. Das Finanzamt erkannte 1.250 Euro bei den Einkünften aus selbstständiger Arbeit an. Es blieb aber zu prüfen, ob nicht eine Vervielfältigung der 1.250 Euro in Frage kommt, da der Kläger das häusliche Arbeitszimmer für alle seine Tätigkeiten benötigt.
Der Bundesfinanzhof konnte dies jedoch nicht bestätigen. Ob der Höchstbetrag von 1.250 Euro personen- oder objektbezogen ist, sei mal dahingestellt. Der BFH erkannte jedoch keine Anhaltspunkte, wonach der Höchstbetrag einkünftebzezogen zu verstehen ist. Nutzt ein Steuerpflichtiger sein Arbeitszimmer für mehrere Einkunftsarten, sind die Kosten entsprechend den tatsächlichen Nutzungsanteilen auf die verschiedenen Einnahmequellen aufzuteilen. Zwar ändert dies nichts an dem insgesamt möglichen abziehbaren Höchstbetrag, doch würde den verschiedenen Einkunftsarten und dem gesetzgeberischen Ziel, die private Mitbenutzung eines häuslichen Arbeitszimmers pauschal zu berücksichtigen, Rechnung getragen.
(BFH vom 16.07.2014 – X R 49/11)