Die OFD Frankfurt/M. hat sich damit beschäftigt, wann Portokosten ohne Umsatzsteuer weiter berechnet werden dürfen.

(c) Eric Espig - Fotolia.com

Einer Reihe von Werbeagenturen, Lettershops etc. entstehen bei der Versendung von Prospekten für ihre Kunden Portokosten, die dann später weiterberechnet werden. Hier stellt sich die Frage, ob das Porto als durchlaufenden Posten anzusehen ist und damit den Kunden ohne Umsatzsteuer weiter berechnet werden kann. Hierzu hat die Oberfinanzdirektion Frankfurt M. eine Verfügung erlassen.
Durchlaufende Posten werden im Umsatzsteuergesetz namentlich genannt. Sie gehören explizit nicht zum umsatzsteuerlichen Entgelt, da es sich dabei um Beträge handelt, die der Unternehmer verauslagt und wieder vereinnahmt. Der Unternehmer hat im Zahlungsverkehr also lediglich die Funktion einer Mittelsperson. Er hat weder einen Anspruch auf den Betrag gegen den Leistenden noch ist er zur Zahlung an den Empfänger verpflichtet.
Da seit dem 01.07.2010 auch von der Deutschen Post für Geschäftsbriefe Umsatzsteuer zu entrichten ist, muss hier besonders darauf geachtet werden.
Die Quint Essenz der Verfügung lautet, dass nur dann Durchlaufende Posten vorliegen, wenn der Kunde die Rechtsbeziehung mit der Deutschen Post AG eingeht. Ist also der Kunde als Absender angegeben, können die verauslagten Portokosten als Durchlaufende Posten abgewickelt und somit ohne Umsatzsteuer weiter berechnet werden.
(OFD Frankfurt/M. vom 18.10.2010 – S 7200 A – 180 – St 111)