Veräußert eine GmbH ihre eigenen Anteile zum Spartarif an ihre Gesellschafter entsteht eine verdeckte Gewinnausschüttung.

(c) Peter Adrian - Fotolia.com

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Eine GmbH bestand aus zwei Gesellschaftern, die 68,38% der Gesellschaftsanteile hielten. Die restlichen 31,62% hielt die GmbH selbst. Die Anteile waren mit den Anschaffungskosten aktiviert. Der zweite sowie ein neuer dritter Gesellschafter erwarben vom ersten Gesellschafter je einen Gesellschaftsanteil in Höhe von 36.700 DM zum Kaufpreis von 500.000 DM. Danach verteilten sich die Gesellschaftsanteile wie folgt: Der erste Gesellschafter 51,26%, der zweite 10,27% und der dritte 6,85%. Ein Jahr später verkaufte die GmbH ihre verbliebenden Anteile an die drei Gesellschafter zum Nennwert, also zu den Anschaffungskosten. Das Finanzamt ging daher von einer verdeckten Gewinnausschüttung vor, denn die Verkaufspreise zu Nennwerten lagen ja deutlich unter dem Wert, der in der freien Wirtschaft hätte erzielt werden können (gemeiner Wert). Den das Vorjahr hatte ja den gemeinen Wert gezeigt.
Auch der Bundesfinanzhof geht von einer verdeckten Gewinnausschüttung aus. Zwar ändern sich die Gewinnbezugs- und Stimmrechte der Gesellschafter nicht, da das Verhältnis gleich blieb. Aber dies ändert nichts daran, dass die Gesellschafter dennoch einen „Zuwachs“ verbuchen können. Und das Verhältnis an den Gewinnbezugs- und Stimmrechten bleibt ja auch nur deshalb gewahrt, weil alle Gesellschafter weitere Anteile erhalten haben. Daher ist hier von den Gesellschaftern die verdeckte Gewinnausschüttung in ihrer Einkommensteuerermittlung zu berücksichtigen.
(BFH v. 03.03.2010 – I B 102/09)