Wird ein GmbH-Anteil verlustbringend veräußert wirkt sich der Verlust nur zur Hälfte aus.

(c) fotowese - Fotolia.com

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Gerade wurde das sog. Halbeinkünfteverfahren wieder gekippt. Nun galt es ein paar Jahre und hat etliche Fragen aufgeworfen, wann was voll oder eben nur halb zu versteuern ist oder auch ob Anschaffungskosten voll oder nur halb berücksichtigt werden.
Im Streitfall ging es um einen GmbH-Gesellschafter der in Jahren vor dem Halbeinkünfteverfahren (verdecke) Gewinnausschüttungen von seiner GmbH erhielt und voll versteuerte. Nach Einführung des Halbeinkünfteverfahrens veräußerte er seine GmbH-Beteiligung für nur 1 Euro, da sich die GmbH in Schwierigkeiten befand. Dadurch erzielte er einen Veräußerungsverlust, den er steuerlich berücksichtigt haben wollte. Da nun Mal gerade das Halbeinkünfteverfahren status quo war, wollte das Finanzamt nur den halben Verlust berücksichtigen.
Auch das Finanzgericht Rheinland-Pfalz erkennt nur den halben Verlust an. Bei einer ertraglosen Kapitalgesellschaft hatte zwar der Bundesfinanzhof entschieden, dass die Verluste dann zu 100% anzuerkennen seien. Aber hier hatte der Kläger ja Erträge aus seiner GmbH erzielt – nämlich die verdeckten Gewinnausschüttungen. Das FG Rheinland-Pfalz hätte sich zwar der Auffassung des FG Düsseldorfs anschließen können, nach dessen Auffassung die nur hälftige Berücksichtigung der Veräußerungsverluste nicht anwendbar sein soll. Es schloss sich aber lieber der Auffassung des FG Köln an, das die Anerkennung des hälftigen Veräußerungsverlustes für systemgerecht hält. Dabei ist es auch egal, ob vorher Gewinnausschüttungen zu 50% oder zu 100% steuerpflichtig waren. Abgestellt wird nur auf das gültige Recht zum Zeitpunkt der Entstehung des Veräußerungsverlustes.
(FG v. 12.11.2009 – 6 K 2084/07)