Standardsoftware gilt trotz des geistigen Inhalts als körperliche Ware.

(c) lexandr - Fotolia.com

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Nach der (wiederholten) Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs stellt sog. Standardsoftware einen körperlichen Gegenstand dar. Es handelt sich dabei ausdrücklich nicht um ein immaterielles Wirtschaftsgut, dies stellte auch der Bundesfinanzhof fest und erklärte, dass dem auch steuerlich zu folgen sei.
Zwar steht auch bei der Standardsoftware das Programm als Wirtschaftsgut im Vordergrund, da es ein Werk geistigen Inhalts ist. Doch als Gegenstand des Warenumschlags gilt hier die verkörperte geistige Leistung. Dabei ist es unwichtig auf welchem Datenträger sich die Software befindet. Vergleichbar sind diese Ausführungen mit Büchern. Auch hier handelt es sich um körperliche Gegenstände, obwohl der geistige Inhalt entscheidend ist.
Diese Feststellungen wirken sich wie folgt aus:
–    Aufwendungen für Standardsoftware bis 150 Euro ohne Umsatzsteuer werden im Jahr der Anschaffung voll als Betriebsausgaben angesetzt.
–    Aufwendungen für Standardsoftware zwischen 150 Euro und 1.000 Euro ohne Umsatzsteuer müssen über fünf Jahre als Betriebsausgaben verteilt werden.
–    Aufwendungen über 1.000 Euro ohne Umsatzsteuer werden auf die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer verteilt.
Im Übrigen behandelt der BFH Standardsoftware für die Investitionszulage bisher als immaterielles Wirtschaftsgut! Daher wird für diese Anschaffung keine Investitionszulage gewährt. Ob diese Einordnung noch bestehen bleibt ist abzuwarten.
(BFH  v. 28.10.08, IX R 22/08)

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