Neues und Altes vom Übungsleiterfreibetrag.

(c) matimix - Fotolia.com

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Gerade im Bereich der Vereine darf sie nicht fehlen, die sog. Übungsleiterpauschale bzw. der Übungsleiterfreibetrag. So kann für die nebenberufliche Tätigkeit als Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer oder aus vergleichbaren Tätigkeiten oder aus nebenberuflichen künstlerischen Tätigkeiten und Pflegetätigkeiten ein Betrag von 2.400 Euro im Jahr steuerfrei vereinnahmt werden. Die Oberfinanzdirektion hat sich jetzt mit diesem Freibetrag beschäftigt.
Für rechtliche Betreuer, Vormünder und Pfleger gilt, dass der Übungsleiterfreibetrag angewandt werden kann, wenn mit der Tätigkeit ein direkter pädagogisch ausgerichteter persönlicher Kontakt zu den betreuten Menschen aufgebaut wird. Aufwandsentschädigungen für ehrenamtliche rechtliche Betreuer, ehrenamtlich tätige Vormünder und ehrenamtliche Pfleger fallen daher nicht unter den Freibetrag.
Hauswirtschaftliche oder betreuende Hilfstätigkeiten für alte oder behinderte Menschen, abgesehen von der körperlichen Pflege, werden ebenfalls vom Freibetrag erfasst. Allerdings gilt das nicht für reine Hilfsdienste im Reinigungsdienst oder in der Küche von Altenheimen, Krankenhäusern oder Behinderteneinrichtungen. Hier fehlt es am Aufbau des persönlichen Bezugs zum Gepflegten.
Der Freibetrag kann nicht angewandt werden für Notfallfahrdienste bei Blut- und Organtransporten sowie für die Tätigkeiten als Patientenfürsprecher und Versichertenältester. Das Gleiche gilt für Essensbringdienste, allerdings können hier Freibeträge in Höhe von 720 Euro pro Jahr geltend gemacht werden.
Sog. Hintergrunddienste für den Hausnotrufdienst werden nicht vom Freibetrag erfasst. Allerdings der Anteil, der auf tatsächliche Rettungseinsätze fällt, schon.
Im Bereich des Pferdesportes, wie z.B. die Tätigkeiten als Richter oder Parcourschef, kommt der Freibetrag nicht zum Einsatz.
Auch Tätigkeiten für Betrieb gewerblicher Art können begünstigt sein, wenn der Betrieb nämlich gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zwecken folgt.
Mitarbeiter der Bahnhofsmission können nur 60% des Freibetrags in Anspruch nehmen, da davon ausgegangen wird, dass ihre Pflege- und Betreuungsleistungen nur in diesem Verhältnis begünstigt sind. Durch einen Nachweis kann der Satz erhöht werden. Fahrer und Beifahrer von Behindertentransporten können sogar nur 50% in Anspruch nehmen.
Die OFD Frankfurt hat dann noch namentlich die Tätigkeiten aufgeführt, die mit dem Freibetrag begünstigt sind. Das sind:
• Ärzte im Behinderten- und Coronarsport
• Diakone (nur für ausbildende, betreuende oder pflegende Tätigkeiten)
• Ferienbetreuer
• Jugendleiter
• Leiter von Arbeitsgemeinschaften in der Referendarausbildung (Richter, Staatsanwälte und Verwaltungsbeamte des höheren Dienstes)
• Notärzte
• Organisten in Kirchengemeinden
• Rettungssanitäter
• Rettungsschwimmer
• Schulbusbegleiter und Schulweghelfer (für sie gilt auch die Steuerbefreiung nach § 3 Nr. 12 Satz 2 EStG)
• Stadtführer
• Zahnärzte im „Arbeitskreis Jugendzahnpflege“
(OFD Frankfurt a.M. vom 12.08.2014 – S 2245 A-2-St 21)