Die Überlassung von Sportgeräten unterliegt dem Regelsteuersatz.

(c) Stefan Schurr - Fotolia.com

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Das europäische Recht besagt, dass steuerbegünstigte Körperschaften den ermäßigten Umsatzsteuersatz nur dann anwenden können, wenn es sich um Leistungen für wohltätige Zwecke oder im Bereich der sozialen Sicherheit handelt. Die Vermögensverwaltung gemeinnütziger Sportvereine wurde bisher in der Praxis ebenfalls mit dem ermäßigten Umsatzsteuersatz abgewickelt, doch ist das nicht mit dem europäischen Recht vereinbar. Die Vermögensverwaltung ebenso wie die Überlassung von Sportanlagen oder die sportliche Betätigung gehört nicht in den steuerbegünstigten Bereich.
Im konkreten Fall ging es um einen gemeinnützigen Radsportverein, der u.a. Sportanlagen an seine Vereinsmitglieder gegen ein Entgelt überließ.
Der Bundesfinanzhof stellte klar, dass die Vermögensverwaltung als nichtunternehmerische bzw. nichtwirtschaftliche Tätigkeit angesehen werden muss. Werden also Sportanlagen gegen Entgelt oder gegen Mitgliedsbeiträge überlassen ist dies nach dem europäischen Recht nicht als Vermögensverwaltung einzustufen. Diese Entgelte unterliegen daher dem Regelsteuersatz. Allerdings besteht für gemeinnützige Sportvereine die Möglichkeit sich gegen die Steuerpflicht zu wenden, indem sie sich auf das europäische Recht (Unionsrecht) berufen. Denn hier ist verankert, dass die Überlassung von Sportanlagen von Einrichtungen ohne Gewinnstreben steuerfrei sind. Dann würde sich die Frage nach dem Steuersatz komplett erübrigen.
(BFH vom 20.03.2014 – V R 4/13)